Kolloide – kleine Helfer mit großer Wirkung

Willkommen in der faszinierenden Welt der Kolloide! Sie sind unsichtbar, mächtig und überall um uns herum. Sie sind Helden in unserem Körper und in der Natur. Sie sind klein, aber oho! Sie sind Kolloide. Stellen Sie sich vor, Sie könnten in die Welt der Atome und Moleküle eintauchen. Eine Welt, die so klein ist, dass sie für das bloße Auge unsichtbar ist, aber dennoch eine enorme Wirkung auf unser Leben hat. Eine Welt, in der Stoffe in ihrer reinsten Form existieren und direkt von unseren Zellen genutzt werden können. Eine Welt, in der winzige Teilchen in Wasser oder Öl schweben und dabei erstaunliche Eigenschaften und Fähigkeiten aufweisen. Willkommen in der Welt der Kolloide!

Kolloide sind mehr als nur winzige Teilchen. Sie sind die Bausteine unseres Lebens. Sie sind die Schlüssel zu einem besseren Verständnis unserer Gesundheit, unserer Umwelt und der Technologien, die unser Leben prägen. Sie sind die unsichtbaren Helden, die in unserem Körper arbeiten, unsere Gesundheit unterstützen und uns helfen, Gesundheit wiederherzustellen. Kolloide sind die geheimen Zutaten in vielen Produkten, die wir täglich verwenden, von Lebensmitteln und Getränken bis hin zu Kosmetika und Medikamenten. Aber wie funktionieren Kolloide? Wie können wir sie nutzen, um unsere Gesundheit und unser Leben zu verbessern? Und wie können wir mehr über diese faszinierende Welt erfahren? In dieser Artikelserie werden wir diese Fragen beantworten und Ihnen einen Einblick in die spannende Welt der Kolloide geben. Wir werden die Grundlagen der Kolloide erklären, ihre Anwendungen und Vorteile aufzeigen und Ihnen nahe bringen, wie Sie dieses Wissen in ihrem Alltag nutzen können.

Die Geschichte der Kolloide

Kolloide wurden erstmals im 19. Jahrhundert von Michael Faraday durch Elektrolyse hergestellt. Erzeugt wurden goldene Nanopartikel, die als „Goldsol“ bezeichnet wurden. In den 1920er Jahren waren kolloidale Lösungen in der Medizin sehr beliebt. Silberkolloide wurden antibakteriell genutzt und Wissenschaftler veröffentlichten Forschungen in angesehenen Zeitschriften. Mit dem Aufkommen der Antibiotika gerieten Kolloide dann leider in Vergessenheit. Doch angesichts zunehmender Resistenzen besteht heutzutage wieder großes Interesse an diesen natürlichen Alternativen.

tiernaturgesund.de - Kolloide

Was sind Kolloide?

Kolloide bestehen aus extrem kleinen Teilchen einer festen Substanz, die in einer Flüssigkeit verteilt sind. Typische Größen dieser Teilchen liegen im Bereich von 1 bis 100 Nanometer. Ein Nanometer ist ein milliardstel Meter. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar hat einen Durchmesser von etwa 50.000 Nanometern. Kolloidteilchen sind also winzig. Trotz ihrer geringen Größe bleiben die Teilchen aufgrund ihrer Schwerkraft nicht am Boden der Flüssigkeit, sondern schweben darin. Dies liegt an der sogenannten Brown’schen Molekularbewegung. Dabei stoßen die kleinen Teilchen ständig mit den Molekülen der Flüssigkeit zusammen und werden so in Bewegung gehalten. Man spricht daher auch von einer Kolloid Suspension oder einer Kolloid-Dispersion. Einige Kolloide sind aufgrund des Tyndall-Effekts, der Streuung von Licht durch Partikel im Kolloid, durchscheinend. Andere Kolloide können undurchsichtig sein oder eine leichte Farbe aufweisen. Man kann Kolloide mit bloßem Auge nicht erkennen.

Trotz ihrer Winzigkeit haben Kolloide erstaunliche Fähigkeiten. Jeder Partikel trägt eine elektrische Ladung und kann so direkt mit den Körperzellen in Interaktion treten. Kolloide von Mineralstoffen und Spurenelementen liegen bereits in einer bioverfügbaren Form vor. Sie müssen nicht erst im Darm aufgespalten und ins Blut transportiert werden. Die Zellen können Kolloide direkt und ohne Umwege aufnehmen. Das spart dem Körper viel Energie. Darum sind Kolloide auch bei Menschen mit Verdauungsproblemen oder Nährstoff-Unverträglichkeiten ideal. Sie liefern Mikronährstoffe gezielt dorthin, wo sie gebraucht werden. Selbst Eisen und Magnesium, die normalerweise schlecht resorbiert werden, können als Kolloid gut verwertet werden.

Stellen Sie sich vor, Sie schlucken eine Vitamin-Kapsel. Ihr Magen muss die Kapsel erst auflösen, Ihre Darmzellen die Vitamine aus der Verbindung herauslösen und ins Blut abgeben. All das kostet Energie. Bei kolloidalen Lösungen ist das anders. Die winzigen Teilchen können direkt und ohne Umwege von Ihren Zellen aufgenommen werden. Kolloide sind quasi die Superhelden unter den Nahrungsergänzungen!

Wie Kolloide im Körper wirken

 Kolloide gleiten aufgrund ihrer Winzigkeit mühelos durch Zellmembranen. Positiv geladene Kolloide geben überschüssige Elektronen ab und neutralisieren so freie Radikale. Negativ geladene Kolloide binden Giftstoffe und Schwermetalle und unterstützen deren Ausscheidung. Kolloide docken durch ihre Ladung gezielt an körpereigene Zellen an und können dort ihre Wirkung entfalten.

Positive Eigenschaften im Überblick

• Sofort bioverfügbar und vonden Zellenverwertbar
• Ideal bei Verdauungsproblemen und Nährstoff-Unverträglichkeiten
• Können Mängel gezielt ausgleichen
• Fördern die Ausscheidung von Überschüssen
• Beeinflussen sich nicht gegenseitig im Körper

• Sind in kleinsten Mengen hochwirksam
• Lassen sich nicht überdosieren
• Sind auch über die Haut aufnehmbar
• Fördern die körpereigene Regulation und Regeneration

Anwendung von Kolloiden

Die Anwendung von Kolloiden ist vielfältig. Sie können oral von Menschen und Tieren eingenommen oder auf die Haut oder Wunden aufgetragen werden. Einige Kolloide, wie zum Beispiel kolloidales Silber, können auch inhaliert werden. Dabei wirken sie durch ihre Ladung unterstützend auf den Organismus. Sie sind schnell und in kleinen Mengen wirksam.

tiernaturgesund.de - Kolloide

Qualitätsunterschiede & ionische und kolloidale Lösungen

Kolloidale und ionische Lösungen werden durch unterschiedliche Verfahren hergestellt und haben jeweils unterschiedliche Zusammensetzungen. Kolloide, die überwiegend aus kleinen Silberteilchen bestehen, welche Silberionen abgeben, werden im Hochvolt-Verfahren hergestellt. Ionisches Silber, das hauptsächlich aus Silberionen besteht, wird mit einem Silbergenerator im Niedervolt-Verfahren erzeugt. Kolloidales Silber ist wirksamer und haltbarer als ionisches Silber, da seine Partikel energetisch stärker geladen sind und mehr Silberionen abgeben können. Darüber hinaus können kolloidale Partikel das Licht stärker streuen. Obwohl ionisches Silber kostengünstiger herzustellen ist, kann der Herstellungsprozess zu Verunreinigungen durch Schwebeteilchen und Bodensatz führen. Kolloidales Silber ist hiervon weniger betroffen. Insgesamt ist kolloidales Silber aufgrund seiner größeren Wirksamkeit und Haltbarkeit überlegen. Ionisches Silber reagiert des Weiteren mit der Magensäure zu Silberchlorid, welches den Körper belastet und daher nicht in größeren Mengen über einen längeren Zeitraum oral eingenommen werden sollte. Echtes kolloidales Silber hingegen reagiert nicht mit Magensäure und kann bei Bedarf Silberionen abgeben, was es zur besseren Wahl für die orale Einnahme macht.

Wichtig zu wissen: Viele Produkte, die als kolloidales Silber verkauft werden, sind in Wirklichkeit ionisches Silber. Testen kann man dies, indem man etwas Silberwasser in ein Glas mit einem kleinen Häufchen Salz gibt. Bei ionischem Silber bildet sich rasch eine schwarze Schicht, Silberchlorid. Dies ist bei einem echten Kolloid nicht der Fall.

Kolloidale Lösungen sind ebenfalls auch in geringen PPM Konzentrationen sehr wirksam, da sie stetig Ionen abgeben. Bei Kolloiden ist die Partikelgröße viel mehr mitentscheidend. Ist diese zu groß oder geclustert, verändert dies eine Aufnahme. So kann ein 10 ppm Silberkolloid wesentlich wirkstärker sein als ein Ionisch hergestelltes Silberwasser mit 50 ppm. Mit ppm sind Parts per Million (Teile pro Million) gemeint, was in einer wässrigen Lösung 10 mg bedeutet.

Kolloidales Gold: Bringt Laune und Energie

In einer Welt, die ständig in Bewegung ist, suchen wir oft nach Möglichkeiten, um uns und unseren Tieren zu helfen, das Wohlbefinden zu steigern, die Gesundheit zu fördern und ein Gleichgewicht in einem hektischen Leben zu finden. Dabei stoßen wir auf Geheimnisse, die seit Jahrtausenden in der Natur verborgen sind und die Kraft haben, die Lebensqualität zum Positiven zu verändern. Eines der besten Geheimnisse ist Kolloidales Gold. Es ist nicht nur ein Symbol für Reichtum und Luxus, sondern auch ein Schlüssel zu Glück, Energie und Heilung. In den folgenden Abschnitten werden wir die faszinierende Welt des kolloidalen Goldes erkunden, ein Element, das die Kraft hat, Körper und Geist zu stärken und auch unsere Tiere auf eine Reise zu besserer Gesundheit und Lebensfreude mitzunehmen. Begleiten Sie uns auf dieser aufregenden Entdeckungsreise und erfahren Sie, wie Kolloidales Gold auch das Leben bereichern kann!

Gold für Tiere

Bei Tieren kann Gold zu mehr Selbstbewusstsein, Energie und Freude führen und somit auch zu einem besseren Verhalten. Erfahrungsberichte zeigen, dass schwierige und mit Artgenossen unverträgliche Hunde mit der Gabe kolloidalen Goldes umgänglicher werden können. Bei Aggressionen, Eifersucht und Traumata kann Gold helfen, innere und äußere Gegenwehr und Auflehnung verschwinden zu lassen. Auch Panik und Stress sind typische Anwendungsbereiche, sowie Krankheitszustände generell. Tieren, die unter einem Mangel an Selbstbewusstsein leiden, Außenseiter sind oder aus dem Rudel ausgeschlossen werden, kann kolloidales Gold zu mehr Selbstbewusstsein verhelfen. Es empfiehlt sich, als Tierhalter immer ein Fläschchen kolloidales Gold als Notfalltropfen dabei zu haben.

Glück und Wohlbefinden

Gold wird oft mit Glück in Verbindung gebracht. Es wird gesagt, dass es innere Widerstände lösen und tief verankerte Glaubenssätze überwinden kann. Dies ist auf die entstressende Wirkung zurückzuführen. Kolloidales Gold kann die Durchblutung des Gehirns verbessern und Glückshormone freisetzen, was zu einer Verbesserung bei Depressionen und Panikattacken führen kann. Es kann Lebenslust, Freude und Optimismus steigern und die Stimmung aufhellen. Dies ist bei der Einnahme als Mensch ebenfalls eine deutlich wahrnehmbare Wirkung. Generell ist es durch die Erhöhung der Leitfähigkeit im Körper bei nahezu allen Krankheitszuständen anwendbar, da es so für eine verbesserte interne „Kommunikation“ im System Körper sorgt.

tiernaturgesund.de - Kolloide

Physiologische Wirkung

Die Verbesserung der Durchblutung durch kolloidales Gold kann sich positiv auf Herz und Kreislauf auswirken. Es erhöht die Sauerstoffaufnahme, steigert die Leistungsfähigkeit und schärft die Sinne. Gold wirkt stärkend und beruhigend auf das gesamte Nervensystem. Es verbessert die Kommunikation zwischen den Zellen und steigert die Gehirnleistung. Es gibt Energie, erhöht die Ausdauer und kann bei Burnout und chronischer Müdigkeit helfen. Vorsicht: Nehmen Sie kolloidales Gold nicht zu spät abends, es hält wach! Kolloidales Gold kann die Zirbeldrüse aktivieren, welche einen starken Einfluss auf Intuition, Kreativität und Bewusstsein besitzt. Es kann auch bei hormonell bedingten Beschwerden helfen. Ebenso kann es verschiedene Formen von Entzündungen und Schmerzen lindern, einschließlich Gelenkentzündungen, Hautentzündungen und Kopfschmerzen.

Bei folgenden Zuständen hat sich kolloidales Gold bei Tieren als besonders wirkstark erwiesen:

  • Aggressionen
  • Angstzustände
  • Antriebslosigkeit
  • Demenz
  • Depressionen
  • Eifersucht
  • Energiemangel
  • Hautprobleme
  • Konzentrationsstörungen
  • Krankheit allgemein
  • Panikattacken
  • Schwache Nerven
  • Schlafstörungen
  • Stress
  • Traumata
  • Unruhe
  • Verhaltensprobleme

Die Anwendung von Kolloidalem Gold

Die wirksamste Anwendung erfolgt direkt über die Mundschleimhaut. Dafür behält man das kolloidale Gold 1-2 Minuten unter der Zunge und schluckt es dann. Tieren wird kolloidales Gold am besten direkt mit einer Pipette in die Lefze getropft. Von dort aus kann es direkt in den Blutkreislauf gelangen und im ganzen Körper verteilt werden. Auch eine Aufnahme über die Haut ist möglich. Dafür wird das kolloidale Gold auf die Haut aufgetragen und sanft eingerieben, direkt auf Ekzeme gesprüht oder ein paar Sprühstöße auf den Kopf gegeben.

Die Dosierung ist abhängig von der Qualität des kolloidalen Goldes. Hierzu bitte den Therapeut oder Händler des Vertrauens kontaktieren. Gold macht wach, deshalb ist die beste Einnahmezeit von morgens bis nachmittags. Kolloidales Gold dringt sofort in die Zellen ein und steht ihnen direkt zur Verfügung und sorgt für Antrieb und gute Laune.

Tipp für Gesundheitsinteressierte: Selbst einen Eindruck verschaffen. Es lohnt sich!

In den nächsten Ausgaben …

Dieser Artikel ist der erste einer Artikelreihe über die Wunder der Kolloide. In weiteren Artikeln werden wir u.a. die faszinierenden Eigenschaften von kolloidalem Silber, Kupfer, Germanium, Zink, Magnesium, Eisen und Silizium entdecken. (Artikel werden bei Erscheinen hier verlinkt und erscheinen auf der Rubrik „Behandlungsmehtoden). Lassen Sie uns eintauchen in die Welt der Kolloide und erfahren, wie diese Mineralien uns auf natürliche und einfache Weise dabei unterstützen können, unsere Ziele zu erreichen und ein gesünderes Leben zu führen.

Ein Artikel des Redaktionsteam MISSION GESUNDHEIT

Der Verein mit zugehörigemOnline-Portal verfügt über ein weltweites Netzwerk aus Gesundheits Experten, Therapeuten, Ärzten und erfahrenen Anwendern. Mit einem besonderen Fokus auf Ursachenforschung, Nährstoffversorgung und Entgiftung bietet Mission Gesundheit eine ganzheitliche Herangehensweise an die Gesundheit.
Mail: beratung@mission-gesundheit.online

Gastritis bei Tieren

Ein Wort, das sich schon unangenehm anhört, oder? Was versteckt sich dahinter? Als Gastritis bezeichnet man eine Entzündung der Magenschleimhaut.

Eine Magenschleimhautentzündung ist eine Erkrankung, an der nicht nur Menschen, sondern auch sehr häufig Hunde oder Katzen leiden. Die Symptome einer Gastritis sind vielfältig aber leider auch sehr unspezifisch. Das heißt, sie passen zunächst auch in viele andere Krankheitsbilder. Wenn man sich aber etwas näher damit befasst, dann lässt sich einiges ausschließen, so dass am Ende nur noch die Diagnose „Gastritis“ übrigbleibt.
Bei einer Gastritis produzieren die Magenzellen mehr Magensäure als benötigt wird. Hierdurch kann es zu Schädigungen am Gewebe kommen. Normalerweise wird die empfindliche Magenschleimhaut vor der aggressiven Säure geschützt ist, weil von weiteren Magenzellen ein Schleim abgegeben wird, der sich wie ein Schutzfilm über die Magenschleimhaut legt. So kann das Futter im Magen verdaut werden, ohne dass der Magen dabei selbst von der aggressiven Magensäure angegriffen wird.
Wenn sich zu viel Magensäure im Magen befindet, die eigentlich arbeitslos ist, kann das zum Problem werden. Denn, wenn kein Futter zum Verdauen da ist, beginnt die Magensäure, das anzugreifen, was sie vorfindet. Als erstes hat darunter die empfindliche Magenschleimhaut zu leiden. Es kommt zunächst zu oberflächlichen Entzündungen. Je nach Auslöser und Dauer der Erkrankung kann es im Laufe der Zeit aber auch zu tieferen Entzündungen kommen. Im schlimmsten Fall können Magengeschwüre oder Magenkrebs entstehen. Zu solch schwerwiegenden Folgen kommt es dann, wenn die Symptome und Probleme über lange Zeit unbeachtet bleiben.
Warum es überhaupt zu einer Überproduktion von Magensäure kommt, kann leider nicht in jedem Fall geklärt werden. Es gibt aber einige Hauptverursacher dieser Erkrankung, auf die ich noch näher eingehen werde.
Wie bei den Menschen unterscheiden wir bei unseren Haustieren auch zwei Formen: die akute und die chronische Gastritis.

Woran erkenne ich eine akute Gastritis?

Die Symptome sind tatsächlich sehr unspezifisch und werden häufig zu Beginn falsch eingeordnet:

• Appetitlosigkeit
• Übelkeit
• Erbrechen
• Gras fressen
• Schmatzen, Schlecken, Gähnen
• Matt, schläft viel
• Schmerzen im Bauchraum

Erkennst du deinen Hund/deine Katze in einigen dieser Symptome wieder? Und hast du vielleicht auch schon länger das Gefühl, dass es deinem Tier nicht gut geht? Dann solltest Du auf jeden Fall eine/n Tierheilpraktiker*in oder Tierarzt*in aufsuchen. Denn eine Gastritis kann eine sehr schmerzhafte Angelegenheit sein.
Gerade bei Katzen sind die unspezifischen Symptome oft sehr schwer zu erkennen. Dagegen kannst du Schmerzen im Bauchraum bei deiner Katze gut erkennen, wenn du sie hochhebst. Sie zeigen bei Schmerzen oft sehr deutliches Abwehrverhalten.
Grundsätzlich kann man sagen, eine leichte Gastritis lässt sich kaum erkennen.
Die Hauptauslöser sind bei Hunden und Katzen ähnlich wie bei Menschen:

• falsche Ernährung
• Dauerhafter Stress
• Medikamente

Gastritis bei Tieren - tiernaturgesund.de

Wann ist ein Futter „falsch“?

Dann, wenn es von deinem Tier nicht vertragen wird. Das bedeutet aber nicht, dass es von keinem Hund/keiner Katze vertragen wird. Es ist gut möglich, dass der Hund deiner Nachbarn wunderbar mit dem Futter zurechtkommt. Aber für dein Tier ist es nicht das richtige Futter.
Ein Problem kann zum Beispiel ein hoher Anteil von schwerverdaulichen Proteinen im Futter sein. Gerade Hunde oder Katzen, die sich schon mit leichten Verdauungsstörungen herumplagen, haben hiermit häufig zu kämpfen. Schwerverdaulich sind zum Beispiel stark bindegewebshaltige Nahrungsbestandteile wie Lunge, Euter oder Pansen. Hier muss vom Magen sehr viel Magensäure produziert werden, um die schwerverdaulichen Proteine aufzuschließen. Dieser Vorgang dauert bei solchen Futterkomponenten lange und kann zu einer Belastungsprobe für die Magenschleimhaut werden. Genauso schwer zu verdauen sind zum Beispiel Rinderhautknochen.
Auch ein hoher Fettanteil im Futter kann unter Umständen Schwierigkeiten machen, weil die Magensäureproduktion angekurbelt wird.
Ein weiteres Problem kann die Fütterung von säurehaltigem Obst sein. Oder die häufige Zugabe von verdauungsfördernden Zusätzen, deren Aufgabe es ist, die Magensäureproduktion anzuregen.
Manchmal werden die Magenprobleme auch durch Nahrungsergänzungen verstärkt.
Leider ist es oft aber so, dass wir gar nicht wissen, wodurch die Probleme unseres Hundes ausgelöst werden. Deshalb ist es bei einer Magenschleimhautentzündung wichtig, die Fütterung so zusammenzustellen, dass sie die Verdauung nicht belastet:

• Leichtverdauliche Proteine (hoher Anteil von Muskelfleisch)
• Fettgehalt anpassen
• Säurehaltiges Obst vorübergehend ausschließen
• Eventuelle Zusätze auf magensäureanregende Inhaltsstoffe überprüfen
• Rohes Futter eventuell (vorübergehend) kochen

Wenn du dir nicht sicher bist, hol dir fachkundige Hilfe – am besten von Ernährungsberater*innen, die sich mit Erkrankungen und daran angepasste Fütterungen auskennen. Gerade wenn du Fertigfutter fütterst, ist es oft schwierig, die Inhaltstoffe genau zu durchschauen.
Ein weiterer, sehr häufiger Gastritis-Auslöser, ist dauerhafter Stress. Auch unseren Hunden und Katzen kann Stress auf den Magen schlagen.
Wenn der Organismus unter Stress gerät, werden Adrenalin und Cortisol freigesetzt. Diese beiden Stresshormone sorgen dafür, dass der Körper in „Alarmbereitschaft“ versetzt wird.
Ein Vorgang, der bei Menschen und Hunden gleich abläuft.
Damit im Organismus genügend Energie für diesen Spannungszustand vorhanden ist, wird sie an anderer Stelle abgezogen. Zum Beispiel bei der Verdauung, die in solchen Stressmomenten ja auch nicht benötigt wird.
Der Magen arbeitet deshalb bei Stress langsamer und der Nahrungsbrei bleibt länger im Magen liegen. Es gibt also wieder Magensäure, die nicht wirklich gebraucht wird. Wenn das ein Dauerzustand ist, kann die Magenschleimhaut dadurch sehr geschädigt werden.
Wann entsteht Stress? Das ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Aber vielleicht erkennst du bei der folgenden Auflistung einen oder mehrere Punkte, bei denen dein Hund oder deine Katze mit Magenproblemen reagiert:

• Wenn dein Hund in seinem Rudel immer um seine Position kämpfen muss. Das gilt nicht nur für Hunde oder Katzen, die ihre Chefstellung behaupten müssen. Sondern auch für die, die an unterster Stelle in der Rangordnung stehen und damit ein Problem haben.
• Wenn dein Hund im Hundesport ständig Leistung bringen will und sich nur schwer zurücknehmen kann. Auch Spaß kann Stress auslösen.
• Wenn dein Hund oder deine Katze häufig allein bleiben muss und darunter sehr leidet.
• Wenn dein Tier aus dem Tierschutz kommt und nur schwer mit den Veränderungen umgehen kann.
• Wenn sich in deiner häuslichen oder familiären Situation Veränderungen ergeben

Der dritte, häufige Auslöser von Magenschleimhauterkrankungen sind Medikamente. Allen voran die Schmerzmittel. Eine kurzzeitige Anwendung bringt normalerweise keine Probleme mit sich. Dauergaben können aber dazu führen, dass die Magenschleimhaut geschädigt wird. Damit das nicht passiert, werden zeitgleich weitere Medikamente als „Magenschutz“ eingesetzt. Aber auch deren Einsatz funktioniert häufig nicht problemlos. Sie verhindern entweder direkt die Bildung der Magensäure oder sie puffern die Wirkung der vorhandenen Magensäure ab. Beides beeinträchtigt die Verdauungsleistung auf Dauer erheblich und zieht damit wieder andere Probleme nach sich.

Wie unterscheidet sich eine akute Gastritis von einer chronischen Gastritis?

Die akute Gastritis tritt sehr plötzlich auf und meistens kann man auch einen Auslöser erkennen. Häufig ist sie auch begleitet von Schmerzen. Die chronische Gastritis zeigt sich in den meisten Fällen durch immer wiederkehrendes Erbrechen und Appetitlosigkeit bis hin zur Gewichtsabnahme. Zwischen diesen Phasen gibt es aber auch unauffällige Zeiten, in denen die Erkrankung nicht wirklich sichtbar ist. Das macht das Einschätzen so schwierig. Andauernder Stress ist häufig die Eintrittskarte in eine chronische Gastritis. Gerade weil es uns oft schwerfällt, Stress bei unseren Hunden zu erkennen. Und selbst wenn wir die Ursache im Stress vermuten, kann man Stress oft nicht einfach abstellen.
Deutlich leichter ist es, wenn die Fütterung geändert werden muss. Bei Katzen ist das zwar eine sehr heikle Angelegenheit, aber auch da gibt es Mittel und Wege, um zum Ziel zu kommen.
Kurzfristige Hilfe bringen zum Beispiel Ulmenrindenpulver (Slippery elm bark) oder Heilerde, die die angegriffene Magenschleimhaut schützen.

Gleichzeitig sollte trotzdem nach der Ursache gesucht werden, denn eine Gastritis kann auch die Folge einer Erkrankung sein. Sowohl eine entzündete Bauchspeicheldrüse als auch eine Lebererkrankung kann den Magen in Mitleidenschaft ziehen. Auch der berühmt-berüchtigte Helicobacter kann eine Magenschleimhautentzündung verursachen. Um diese Erkrankungen sicher zu diagnostizieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Angefangen beim klassischen Blutbild über die Kotuntersuchung bis hin zum Darmflorascreen. Welche Untersuchungen notwendig und sinnvoll sind, muss im Einzelfall entschieden werden.

Fazit

Eine Magenschleimhautentzündung kann akut und einmalig auftreten, aber auch einen immer wiederkehrenden, chronischen Verlauf haben. Wichtig ist in beiden Fällen, das Erkennen und Abstellen der auslösenden Faktoren.
Auch wenn sich die Auslöser nicht ohne weiteres beeinflussen lassen, versuche trotzdem alles, was in deiner Hand liegt, so weit wie möglich zu optimieren. Denn je mehr auslösende Faktoren zusammenkommen, umso schlimmer ist es für deinen Hund/deine Katze.
Selbst wenn du zum Beispiel bestimmte Stressfaktoren nicht abstellen kannst, wirst du den Gesundheitszustand deines Tieres durch eine angepasste Fütterung trotzdem deutlich verbessern und stabilisieren. Vielleicht hilft es dir auch, wenn du eine Zeit lang ein Futtertagebuch führst. Notiere dir täglich, was dein Hund zu fressen bekommt (Futter und Leckerli) und wie und wann er Anzeichen einer Gastritis zeigt. Wenn du vermutest, dass Stress auch eine Rolle spielt, dann versuche auch eventuelle Stressmomente festzuhalten. So eine Aufzeichnung ist eine große Hilfe sowohl bei der Suche nach den Auslösern als auch bei der Zusammenstellung von verträglichen Futterkomponenten.

Ein Artikel von Maike Sauerstein, Tierheilpraktikerin
Jahrgang 1965
Seit 2012 selbständig als Tierheilpraktikerin Schwerpunkte:
Homöopathie, Akupunktur,
Ernährungsberatung für Hunde und Katzen
Ich lebe seit 14 Jahren mit meiner Familie in der schönen Nordpfalz, auf einem alten Drei-Seit-Hof. Mit uns leben hier unserer Schwedischen Blumenhühner, zwei Gänse, zwei Laufententen und eine alte Katzendame

Schlafen für die Gesundheit

Winter ist die Zeit, in der unsere Tiere mehr schlafen. Das ist normal, schließlich sind auch die Tage kürzer. Doch wie viel Schlaf brauchen Hund, Katze oder Pferd eigentlich? Und woran merkt man, wenn etwas nicht passt?

Die Katze hat sich auf dem Sofa zusammengerollt und steht nur auf, wenn sie Hunger hat, ins Katzenklo geht oder ihre fünf Spinner-Minuten hat. Sie will weder vor die Tür, noch fordert sie wie sonst ein Jagdspiel von Ihnen. Ist das noch normal, fragen Sie sich? Ja, das ist es. Wenn sie an schönen, sonnigen Tagen weiter ins Freie will, wenn Sie, sobald die Tage länger werden auch wieder mehr Lust auf Interaktion mit Menschen oder tierischen Mitbewohnern hat, dann muss man sich erst einmal keine großen Gedanken machen.

Der heilige Schlaf der Katze

Studien zeigten: Mehr als die Hälfte der Katzen schläft zwischen 12 und 18 Stunden pro Tag. Fast die Hälfte, nämlich 40 Prozent schläft sogar länger. Sie haben, wie auch Hunde, ein so genanntes polyphasisches Schlafmuster, das bedeutet, dass sie zwischen ihren aktiveren Phasen mehrmals pro Tag ein Nickerchen machen. Die Nickerchen der Katze dauern im Durchschnitt 78 Minuten. Wie viele Nickerchen das sind, kann davon abhängen, wie viel REM-Schlaf (Rapid Eye Movement) sie abbekommen.

Ähnlich wie der Mensch durchlaufen auch unsere Tiere verschiedene Schlafstadien. Bei Katzen gibt es sowohl den NREM-Schlaf (Non-Rapid Eye Movement) als auch den REM-Schlaf. Jeder Katzenhalter kennt es und auch Studien zeigten, dass Katzen oft eine Phase der Wachsamkeit und Aktivität erleben, bevor sie schläfrig werden und dann in den NREM-Schlaf fallen. Dieses letzte Hochspulen, ähnlich wie bei kleinen Kindern, die in völliger Erschöpfung noch einmal richtig aufdrehen, laut werden und herumrennen, ist oft schon ein Zeichen für Müdigkeit. Katzen können dann auch aggressiv werden. Es kann helfen, ihnen zu signalisieren, dass sie sich zur Ruhe begeben können oder ihnen einen Raum zu öffnen, in dem sie schnell in den Schlaf finden.

Während dieser NREM-Phase schläft die Katze in der Regel nicht sehr tief und ist jederzeit bereit, aufzuwachen. Wird sie nach dem NREM-Schlaf wieder wach, durchläuft sie den Zyklus von Wachheit, Schläfrigkeit und NREM-Schlaf oft einige Male, bis sie irgendwann vom NREM- in den REM-Schlaf übergeht. Während des REM-Schlafs bewegen sich – auch bei Hund, Pferd oder Mensch – oft die Augen hinter den geschlossenen Augenlidern.

Bei Katzen können sich die Augen sowohl horizontal als auch vertikal bewegen. Jeder Katzenhalter hat seine Katze schon einmal im REM-Schlaf erlebt. Das Träumen zeigt sich dann auch in zuckenden Pfötchen oder einem Peitschen des Schwanzes und auch Töne wie ein Fauchen oder Zischen können zu hören sein. Man sollte die Tiere, auch die Hunde, nicht aufwecken, wenn sie deutlich erkennbar träumen. Wenn etwa der Hund im Traum knurrt, eine Bürste bekommt oder wild mit den Pfoten rudert, wird er fälschlicherweise oft aufgeweckt, weil man denkt, er hätte nun einen Albtraum. Träume sind aber höchstwahrscheinlich nicht nur für uns zur Verarbeitung von Erlebtem extrem wichtig. Außerdem wird vermutet, dass nicht nur bei uns die Traumschlafphasen an der Regeneration im Schlaf entscheidend beteiligt sind.

Unterschiede gibt es beim Schlafrhythmus von Katzen. Der ist anders als bei Menschen und bei Hunden. Zwar haben alle einen zirkadianen Rhythmus, also eine innere biologische Uhr, die den Schlaf-Wach-Rhythmus über die 24 Stunden eines Tages steuert, sie ist aber bei Katzen anders gelagert – sie sind dämmerungsaktiv.

Ihre beiden natürlichen Aktivitätsspitzen sind am frühen Morgen vor Sonnenaufgang und am Abend bei Sonnenuntergang. Da diese das Jahr über um mehrere Stunden variieren, also zu sehr unterschiedlichen Zeiten stattfinden und entsprechend auch die Zahl der Tag- und Nachtstunden sich ändert, verändert sich auch der Schlaf der Tiere, nicht nur der von Katzen.

Was den Schlaf von Katzen stört, hat häufig andere Ursachen als etwa bei Hunden oder Pferden. So kann ihre Natur als Dämmerungsjäger sie unruhig machen, wenn alle andern Bewohner noch selig schlummern. Und Katzen kommen vor allem dann nicht zum tiefen erholsamen Schlafen, wenn andere Katzen, Haustiere oder wir sie daran hindern. Ansonsten sind sie Weltmeister sowohl im Powernapping als auch im Dauerpennen.

Schlafentzug als gesundheitliche Gefahr

Obwohl Schlaf für Menschen und Tiere lebenswichtig ist, und man inzwischen auch viel darüber weiß, sind längst nicht alle Mechanismen, Funktionen und Zusammenhänge geklärt. Dass Schlaf ein Zustand der äußeren Ruhe ist, in dem sich Puls, Atemfrequenz und Blutdruck vom Wachzustand unterscheiden und sich auch die Gehirnaktivität verändert ist klar. Und schon sehr lange ist bekannt, wie gefährlich und zerstörerisch Schlafentzug ist. Nicht zuletzt ist er eine seit Jahrtausenden weltweit verbreitete Foltermethode. Ein Experiment aus dem Jahre 1894 an Hundewelpen, die permanent wach gehalten wurden, hatte zur Folge, dass die Tiere nach wenigen Tagen starben. Der komplette Schlafentzug hatte zu ausgeprägten Gehirnschäden geführt. Ähnlich grausame Experimente wurden tatsächlich 100 Jahre später erneut gemacht, als etwa italienische Forscher erwachsene Hunde durch ständiges Laufen wachhielten: Die Tiere starben nach neun bis 17 Tagen – übrigens unabhängig von der Futteraufnahme. Auch bei diesen Hunden wurden degenerative Prozesse im zentralen Nervensystem nachgewiesen.

Nicht zu schlafen ist also tödlich – wie gefährlich zu wenig Schlaf genau ist, weiß man allerdings nicht. Man weiß nur, dass viele Faktoren das Schlafbedürfnis und den Schlafbedarf mit bestimmen – auch bei Tieren: Neben der Jahreszeit und dem Alter erhöhen Krankheiten und Stress das Schlafbedürfnis. Gleichzeitig mindern sie aber oft die Möglichkeit, gut zur Ruhe zu kommen und ausreichend lange und tief zu schlafen. Auch dies gilt für unsere Tiere ebenso wie für uns selbst. Zudem beeinflussen noch weitere Biorhythmen den Schlaf: Der Aktivitätszyklus und der Nahrungsaufnahme- und Trinkrhythmus des jeweiligen Tieres haben einen Einfluss auf die Menge und die Qualität des Schlafes. Außerdem hat jeder Körper seinen individuellen Biorhythmus, der im nahelegt, wann Schlaf erwünscht, förderlich, notwendig oder unabdingbar ist – beim Menschen sind das zum Beispiel die bis spät abends aktiven Eulen und die früh am Morgen bereits fitten Lerchen.

Wie die innere Uhr tickt

Hundebesitzer merken oft sehr deutlich, wie die innere Uhr ihres vierbeinigen Partners tickt, wenn sie nicht jeden Tag zur selben Uhrzeit Gassi gehen oder in die Hundeschule können: Die biologische Uhr beeinflusst im Körper des Hundes – wie bei uns auch – den Blutdruck, die Körpertemperatur und den Hormonhaushalt. Und wie bei uns Menschen gibt es auch bei Hunden Lerchen und Eulen: Vierbeiner, die zu unterschiedlichen Tageszeiten wach und aktiv sind. Hunde haben normalerweise Aktivitätsspitzen am Vormittag und frühen Abend. Auch wenn sich Hunde unterschiedlich stark an dieses typische Muster halten, gibt es nur wenige erwachsene Hunde, die völlig von diesem normalen Zeitplan abweichen. Was auch daran liegen kann, dass sie mit uns leben und wir eben einen bestimmten zirkadianen Rhythmus – also ein übliches Wach-Schlaf-Schema – verfolgen. Denn Welpen werden nicht mit einem zirkadianen Rhythmus geboren, und es dauert Monate, bis sie das für ihre Art typische Muster entwickeln. Ihre aktiven Zeiten sind nicht so vorhersehbar wie die von erwachsenen Hunden. Hundebesitzer, die aufgrund ihrer Arbeit normalerweise sehr spät nachts ins Bett gehen und am Vormittag lange schlafen, erleben, dass ihre Hunde sich diesem zirkadianen Rhythmus meist problemlos anpassen können.

Von freilebenden Pferden weiß man, dass sie zwar ein festes Grundmuster ihrer Aktivität haben, dieses jedoch auch zügig an veränderte Umweltbedingungen anpassen. Im Frühjahr zeigen die Pferde eine reduzierte Aktivität und grasen stattdessen intensiv, um sich das im Winter verbrauchte Fett wieder anzufressen. Im Sommer verlagern die Tiere ihre Aktivitäten in die Nacht, um Insekten auszuweichen.

Fressen und Schlafen

Auch bei Hunden und Katzen bestimmen Fresszeiten maßgeblich den Schlaf-Wach-Rhythmus und das Schlafbedürfnis mit. Unsere Tiere folgen meist dem Spruch: Nach dem Essen sollst du ruh’n. Allerdings spielt hier auch eine Rolle, wie die Fütterung generell gehandhabt wird. An Pferden wird das besonders deutlich: Ein Pferd, das den ganzen Tag auf der Koppel grast, kann man nicht mit einem Pferd vergleichen, das nach dem Tag auf dem Sand-Paddock hungrig seine Hauptportion Heu verdrückt hat. Das erste Pferd kann man von der Wiese holen und reiten, ohne die alte Regel, nach dem Füttern mindestens eine oder sogar zwei Stunden mit dem Reiten zu warten. Das zweite Pferd sollte man vor dem Reiten unbedingt fressen lassen und – falls man etwas anderes vorhat als leichte Bewegung, etwa einen einstündigen Ausritt, sollte man die Pause nach dem Fressen unbedingt beachten. Einem Pferd, das man eben von der 24-Stunden-Raufe aus dem Offenstall geholt hat, etwas Fresspause beim Putzen und Satteln zu geben, reicht in der Regel aus. Umgekehrt sollte man ein Pferd, von dem man weiß, dass es vorher eine längere Fresspause hatte, erst eine halbe Stunde fressen lassen, als es mit leerem Magen zu reiten.

Bei Hunden ist es im Prinzip ähnlich: Ein voller Bauch macht müde und das macht physiologisch Sinn. Denn bei Hunden wird der Magen durch flexible Bänder in der vorgesehenen Position gehalten, was vor allem bei größeren Rassen eine Magendrehung ermöglicht, wenn sich der Hund nach dem Fressen viel und heftig bewegt. Gegen einen ruhigen Spaziergang zum Lösen spricht natürlich nichts. Wenn man den Hund zur großen Gassirunde des Tages aus einer Ruhe- oder Schlafphase holt, dann sollte man das ebenfalls langsam angehen. Indem man ihm Zeit lässt, dass der Organismus wieder „hochfährt“ kommen nicht nur Sehnen, Bänder und Gelenke wieder in – gut durchblutete, aufgewärmte – Höchstform, sondern auch der Kreislauf, was gerade bei älteren Hunden wichtig ist.

Entspannung unter Stress

Nicht nur nach dem Fressen, auch nach einer körperlichen Anstrengung kommen unsere Tiere normalerweise zur Ruhe. Allerdings nur, wenn sie sich wohlfühlen. Passt etwas nicht – kann auch die Ruhe nicht einkehren. Bei Hunden und Pferden kann das eine Überforderung beim Training ebenso sein wie Stress mit den Artgenossen oder der Haltung. Stress und der Schlaf-Wach-Rhythmus sind über den Vagusnerv gekoppelt, wie man inzwischen über zahlreiche Studien weiß. Der Vagusnerv ist wichtiger Teil des Parasympathikus. Dieser dient der Erholung und dem Aufbau. Er verlangsamt die Atmung und den Herzschlag, senkt den Blutdruck, womit er den Körper entspannt und Blut zu den inneren Organen lenkt und damit die Verdauung aktiviert. Bei Stress funktioniert dieses Zusammenspiel nicht mehr und die Tiere kommen nicht mehr zur Ruhe oder erholen sich im Schlaf nicht adäquat. Grundsätzlich unterscheidet man chronischen oder akuten Stress. Beim Hund kann chronischer Stress durch die Umwelt (Leinenzwang, Hundebegegnungen, Verkehr) ebenso entstehen wie durch den Halter (Trainingsfehler, Überforderung, Unterforderung, Einsamkeit) oder körperliche Einschränkungen (Atemwegsprobleme etwa durch Kurznasigkeit – auch oder besonders im Schlaf, Gelenkprobleme durch Überzüchtung oder Übergewicht). Eine gewisse Zeit funktioniert der Organismus auch unter Stress und mit weniger Schlaf, doch irgendwann werden die Tiere krank. Mangelnde Regeneration durch zu wenig erholsamen Schlaf ist nicht leicht zu erkennen.

Gähnen als Symptom für Müdigkeit

Der Hund, die Katze und das Pferd gähnen genau wie viele andere Tiere und auch wir. Und wie bei uns ist Gähnen ein Zeichen für Müdigkeit – aber eben nicht nur. Es kann Symptom für Verlegenheit ebenso sein wie Anzeichen für Magengeschwüre oder Leberprobleme oder ein Zeichen von Entspannung. Es kommt ganz auf den Zusammenhang an. Grundsätzlich ist Gähnen allen Säugetieren eigen. Es gibt viele Untersuchungen an verschiedenen Tierarten, geforscht wurde aber am meisten am Menschen. Mit dem Ergebnis, dass man auch bei uns immer noch nicht exakt weiß, warum und wie wir gähnen. Dennoch hat man einiges übers Gähnen bei Tieren herausgefunden: Sie öffnen den Unterkiefer, dehnen eine Vielzahl von Gesichtsmuskeln und kneifen wie wir Menschen dabei die Augen oder auch nicht. Und auch bei Tieren ist Gähnen keine schnelle und kurze Antwort auf einen einfachen Reiz und von daher kein Reflex im eigentlichen Sinn. Soweit die Ähnlichkeiten. Hunde gähnen häufig zum Beschwichtigen. Macht ein Hund dies öfter oder immer in bestimmten Momenten, sollte man sich fragen, ob er in der jeweiligen Situation Stress hat.

Um festzustellen, ob ein Tier nun durch Gähnen Stress abbaut, wach wird oder anzeigt, dass es müde oder krank ist, erfährt man, indem man den jeweiligen Kontext beachtet. Gähnt ein Pferd immer, wenn sein Weidekumpel vom Reiten zurückkommt und schiebt dabei den Unterkiefer hin und her, deutet viel auf Loslassen der inneren Spannung hin. Tritt das Gähnen auf, nachdem man einen langen, entspannten Ausritt hinter sich gebracht hat und begibt sich das Pferd nach dem Wälzen in die Sonne zum Dösen, wobei es ein- zweimal gähnt ist wohl eher kein Stress zu vermuten. Anders, wenn das Pferd beim Fressen gähnt. Bei Hunden kann stressbedingtes Gähnen beispielsweise auftreten, wenn sie erkennen, dass der Mensch geht und sie alleine bleiben müssen.
Wichtig ist nicht nur, in welcher Situation das Gähnen erfolgt, sondern auch wie oft und auf welche Art.

Bei Affen zeigten Versuche, dass ein Gähnen aus emotionaler Spannung oder zum Stressabbau mit offenen Augen erfolgt. Auch diesen Aspekt kann man bei unseren Haustieren in die Beobachtung mit einbeziehen. Es kann helfen, sich dies eine Weile zu notieren, um sich ein Bild zu machen.

Wie (tief) schläft das Tier?

Wie tief – und damit auch wie erholsam – das Tier schläft, stellt sich auch bei unseren Hunden und Katzen oft erst heraus, wenn sie wieder wach werden. Dann weiß man erstens häufig wie lange sie geschlafen haben und kann zudem über die Art des Wachwerdens Rückschlüsse ziehen. Je länger die Schlafphase und je ausgiebiger und länger das Wachwerde-Ritual aus Blinzeln, Gähnen, Strecken und Dehnen umso größer die Wahrscheinlichkeit für eine Phase mit tiefem Schlaf. Weitere Hinweise können bei Hunden und Katzen die (zumeist temperaturabhängigen) unterschiedlichen Schlafpositionen – von völlig ausgestreckter über teilweise bis zu komplett eingerollter Seit- und Bauchlage bis zur Rückenlage geben. Zwar sind diese auch sehr typabhängig aber im Rahmen der individuellen Unterschiede dennoch nützlich.

Pferde können übrigens auf drei verschiedene Arten ausruhen: Dösen, Schlummern und Tiefschlaf. Alle drei Varianten können im Stehen stattfinden. Immer wieder hört man, erwachsene Pferde würden sich zum Schlafen nicht hinlegen oder nur Fohlen schliefen in der Seitenlage. Beides ist falsch. In die Seitenlage begeben sich tatsächlich nicht alle Pferde und die, die es machen tun es auch nicht täglich. Die Seitenlage ist beim Pferd meist kurz, was auch körperliche Gründe hat. Denn das große Gewicht des Pferdes drückt am dann meisten auf die Lungen. Deswegen ändert sich hier auch die Atmung: So wird beim Ausatmen in Seitenlage die Luft quasi einen Moment angehalten, indem der Kehlkopf sich einige Sekunden verschließt. Solche Dinge können auch bei größeren und älteren Hunden Probleme machen, die sich etwa aufgrund von Arthrose nicht mehr in jeder Position schlafen legen können.

Symptome für Schlafmangel

Leider ist Schlafmangel nicht an einigen klar definierten Symptomen zu erkennen, sondern es ist dafür oft Detektivarbeit nötig. Viele Tierbesitzer kommen erst auf Schlafmangel wenn ihre Lieblinge krank werden. Das liegt unter anderem daran, dass Schlafmangel auch ein Symptom bestimmter Erkrankungen sein kann. Als Symptom kann Schlafmangel aber auch in der Ursachen-Kette verschwinden und deshalb keine Beachtung finden. Wenn etwa ein älterer Hund in seinem Körbchen nicht mehr genügend Schlaf findet, weil es dort zu kalt ist oder die Unterlage zu hart für ihn ist, wird man vielleicht aufgrund nächtlicher Unruhe an Demenz denken und die Schlafstörung als Symptom werten und nicht als die Ursache der Verwirrtheit.

Bei Pferden sind erste Folgen von zu wenig Erholung durch regenerativen Schlaf oft Stolpern oder Widersetzlichkeiten beim Reiten. Viele Pferde werden auch ängstlicher und schreckhafter. Letzteres gilt auch für Hunde und Katzen. Vielfach wird man über Verhaltensänderungen – bei Katzen beispielsweise Unsauberkeit – auf den Stress als Auslöser kommen. Katzen und besonders Hunde können auch aggressives Verhalten zeigen, wenn sie nicht mehr in für sie nötiger Weise Schlaf finden. Auch die Aufmerksamkeit in Trainingssituationen kann bei Schlafmangel leiden. Am auffälligsten ist oft, wenn früher vorhandene Probleme körperlicher oder psychischer Art plötzlich wieder auftauchen, obwohl man sie für „bereinigt“ hielt. Das können Hauterkrankungen oder Atemwegsprobleme sein, und eine abtrainierte Leinenaggression kann ebenfalls wiederkommen. Auch veränderter Appetit – mehr oder weniger – oder eine Abweichung bei der üblichen Verdauung (Kotwasser, Durchfall, Verstopfung) sowie eine verstärkte Anfälligkeit gegenüber Parasiten können auftreten.

Schlaf ist sehr individuell

Erschwerend kommt hinzu, dass Hunde und Katzen zwar bis zu 20 Stunden am Tag schlafen, es aber auch nur gut die Hälfte sein kann, ohne dass es krankhaft wäre. Es gibt hier große individuelle Unterschiede. Generell gilt: Ältere Tiere brauchen mehr Schlaf. Oft merkt man das Älterwerden als erstes daran, dass die Tiere viel mehr schlafen. Neben dem Schlafbedürfnis ändern sich im Alter häufig auch die Anforderungen von Hund und Katze an ihren Schlafplatz. Häufig wollen die Tiere mehr für sich sein. Wenn die Beweglichkeit eingeschränkt ist, kann es sein, dass Katzen erhöhte Schlafplätze nicht mehr gut erreichen. Auch Hunden kann der Weg aufs gewohnte Sofa oder der Einstieg in ein Körbchen mit hohem Rand schwerfallen oder sogar unmöglich werden – vor allem bei kleinen Rassen. Oft taucht auch ein größeres Wärmebedürfnis auf, das die Tiere möglicherweise nicht mehr so gut zur Ruhe kommen lässt. Jeder Hund und jede Katze brauchen ein ausreichend großes Körbchen, auf dem sie weich und warm/kühl genug schlafen. Der Standort muss Sicherheit vermitteln und das Tier zur Ruhe kommen lassen. Für ältere Tiere muss das Bett gut erreichbar sein und zudem so groß, dass das Tier sich gut umdrehen und andere Schlafpositionen einnehmen kann. Es kann notwendig sein, einem älteren Tier mindestens einen zweiten Schlafplatz zur freien Auswahl anzubieten.

Bei älteren Pferden ist es wichtig, zu überprüfen, ob sie sich überhaupt noch hinlegen. Hinweise, ob und wie das Pferd liegt geben gibt in der Regel die Einstreu oder Mist in Fell und Langhaar und heute immer öfter auch moderne Stalltechnik. Was alte Pferde am Hinlegen hindert ist in der Box häufig die Angst, nicht mehr hochzukommen. Rutschende Einstreu über Beton kann diese Angst verstärken. Im Offenstall ist es oft Unruhe in der Herde, die ältere Pferde am hinteren Ende der Rangordnung nicht ausreichend erholsamen Schlaf finden lässt.

Therapieansätze und Denkanstöße

Jeder Organismus braucht ein Gleichgewicht zwischen Aktivität und Ruhe, zwischen Anregung und Erholung. Das heißt, dass auch ausreichend Bewegung und Beschäftigung für einen gesunden Schlaf wichtig sind. Wer nur noch herumliegt und nichts tut, der wird auch nicht gut schlafen. Vor allem bei Hunden, reinen Wohnungskatzen und Pferden in Boxenhaltung ist ans Alter angepasste Auslastung durch uns Menschen wichtig. Offenstallpferde und Freigänger-Katzen haben selber mehr Möglichkeiten, sich Bewegung zu verschaffen.

Ziel aller Maßnahmen, um den Tieren mehr und besseren Schlaf zu ermöglichen – egal ob (naturheilkundliche) Therapien, Umstellungen im Tagesablauf oder Verbesserungen der Umstände – sollte es sein, das Gleichgewicht für den jeweiligen Organismus und seine aktuellen Bedürfnisse an An- und Entspannung wieder herzustellen. Ob dafür ein neues oder ein weiteres Körbchen angeschafft wird, ob der Hauptspaziergang auf den Morgen verlegt oder am Alleinbleiben trainiert wird, ob Bach-Blüten, Aromatherapie, Akupunktur oder Homöopathie zum Einsatz kommen, das hängt ganz von den Ursachen und Begleitumständen ab. Bei uns Menschen haben Studien gezeigt, dass bereits ein Schlafdefizit von nur einer Stunde ausreicht, um tagsüber müde zu werden oder Fehler beim Arbeiten zu machen.

Ein Artikel von Claudia Götz

Die Diplom-Journalistin ist als Sachbuchautorin, Redakteurin und Texterin tätig und arbeitet als ganzheitliche Therapeutin (mit Matrix-Rhythmus-Therapie, Osteopathie, Akupunktur und Homöopathie) vor allem für Pferde und Hunde.

www.pferdegoetz.de
www.pferdekosmos.de

Wie erkennt man Schmerzen beim Hund - tiernaturgesund.de

Wie erkennt man Schmerzen beim Hund?

Kaltes, nasses Schmuddelwetter … manchen Hunden sieht man das Wetter direkt an. Sie laufen viel steifer und langsamer als im warmen Sommer. Der Grund, weshalb ich diesen Artikel aber überhaupt schreibe, ist die Frage vieler meiner „Rücken-Hüfte-Knie-Hunde-Patienten-Halter“: „Woran erkenne ich, ob mein Hund Schmerzen hat“?

Das ist eine sehr wichtige Frage, denn die meisten Hunde verstecken chronische Schmerzen solange, wie es ihnen möglich ist. Das bedeutet im Umkehrschluss, wenn der Hund beginnt zu humpeln, geht dem oftmals schon eine längere Schmerzphase voraus.

Eine ganze Weile kann ein Hund Schmerzen kompensieren, aber irgendwann geht das nicht mehr. Oft ist das der Zeitpunkt, an dem er schon solange in Schonhaltung gelaufen ist, dass mittlerweile auch andere Gelenke in Mitleidenschaft gezogen wurden. Häufig höre ich von den Hundehaltern: „Er will seit einiger Zeit nicht mehr so gerne raus…. ich denke das liegt am Alter.“ In vielen Fällen ist das sicher auch so. Aber genauso oft mag der Hund einfach nicht laufen, weil er Schmerzen hat. Nicht nur, aber besonders häufig, sind es die älteren Hunde. Das ist nicht anders als bei uns Menschen – mit dem Alter kommen die Zipperlein.

Allerdings können wir sagen, dass uns etwas weh tut. Unsere Hunde können das nicht und sind deshalb darauf angewiesen, dass wir die Anzeichen richtig deuten. Wenn ich dann im Gespräch erkläre, auf welche Anzeichen man achten muss, höre ich sehr oft: „Stimmt, dass macht er schon länger nicht mehr“ oder „jetzt wo Sie es sagen, fällt mir auf, dass er das immer häufiger macht“.

Damit Ihr als Hundebesitzer schon frühzeitig seht, wo sich bei eurem Hund eventuell schmerzhafte Baustellen entwickeln, müsst Ihr die ersten, kleineren Anzeichen erkennen können. Deshalb möchte ich Euch in diesem Artikel Verhaltensweisen und Anhaltspunkte, die auf Schmerzen hindeuten können, aufzeigen und kurz erklären.

Verhaltensweisen, die auf Schmerzen hindeuten können:

„Mein Hund hat keinen Spaß mehr am Spielen. Er macht nur noch kurz mit und hört dann auf.“ Solch ein Verhalten wird gerne auf das Alter des Hundes geschoben und häufig ist das auch richtig. Ein 12 Jahre alter Schäferhund hat sicher nicht mehr allzu viel Interesse
am Bällchen-Spiel. Aber oft sind es deutlich jüngere Hunde, die mir mit solchen Aussagen vorgestellt werden. Und da sollte man dann als Hundehalter aufmerksam sein und schauen, ob es weiteres Anzeichen gibt.

„Bis vor ein paar Monaten ist sie immer mit aufs Sofa gekommen. Jetzt liegt sie lieber vor dem Sofa.“
Das ist im Grunde genommen genau dasselbe. Verhaltensweisen, die mit Bewegung zusammenhängen, werden plötzlich nur eingeschränkt durchgeführt oder der Hund versucht solche Situationen ganz zu vermeiden. Und nicht selten ist es tatsächlich so, dass das erstmal die einzigen Anzeichen sind, die man zu Beginn eines solchen Prozesses sieht. Jetzt seid ihr als aufmerksame Hundehalter gefragt und müsst beobachten, ob es weitere Anzeichen gibt. Ein ganz eindeutiges Zeichen für Schmerzen ist natürlich das Humpeln bzw. Laufen auf drei Beinen. Dafür braucht man auch kein geschultes Auge, das erkennt jeder direkt. Auf die Suche nach der Ursache macht man sich dann zunächst mal  am betroffenen Bein. Von der Pfote bis hoch zur Schulter oder Hüfte. Solltet Ihr die Ursache selbst feststellen können, muss häufig trotzdem eine weiterführende Behandlung durch Tierarzt oder THP erfolgen. Ein weiterer Hinweis auf Schmerzen kann zum Beispiel das Kauen oder Lecken an den Gelenken oder Pfoten sein. Das haben sicher schon viele von Euch bei ihren Hunden gesehen. Selbst wenn man es nicht direkt beobachtet, erkennt man hinterher normalerweise die nasse Pfote oder das nasse Bein. Wenn es sich dabei um ein Gelenk handelt, was sehr wahrscheinlich ist, dann überprüft, ob es warm oder geschwollen ist. Auffällig ist auch, wenn sich Euer Hund grundsätzlich auf dieselbe Seite legt. Liegt er zum Beispiel immer auf der rechten Seite, kann das einerseits bedeuten, dass er irgendwo in der linken Seite Schmerzen hat und die Seite deshalb schont. Andererseits kann es aber auch sein, dass er auf der schmerzenden Seite liegt und den Druck als angenehm und schmerzlindernd empfindet. Durch Beobachtung findet Ihr aber sehr schnell raus, welches die Problemseite ist. Manche Hunde lehnen sich immer mal wieder mit einer Seite an die Wand, um sich abzustützen und dadurch die andere Seite zu entlasten. Auch hier würde ich einen Gang zum Tierarzt oder Tierheilpraktiker empfehlen.

Sehr häufig bekomme ich auch zu hören, dass die Hunde nachts auf Wanderschaft sind. Diese nächtliche Unruhe entsteht, wie bei uns Menschen auch, zum Beispiel durch Rückenschmerzen oder Hüftprobleme. Egal wie man sich nachts im Bett dreht und wendet, nach kurzer Zeit kommen die Schmerzen wieder. Wenn es gar nicht besser wird, steht man irgendwann auf und läuft herum. Genauso geht es den Hunden auch. Wer von Euch also einen Hund hat, der nachts ständig in der Wohnung unterwegs ist oder euch nicht schlafen lässt, weil er die ganze Nacht in seinem Körbchen rumwühlt, der sollte seinen Hund unbedingt am Tag genau beobachten. Vielleicht gibt es weitere Anzeichen, die auf Schmerzen hindeuten können.

Ein weiteres, oftmals gut sichtbares Zeichen, ist der hochgezogene Rücken. Dadurch zeigen sich sowohl Schmerzen im Organbereich, als auch im Bewegungsapparat. Manchmal ist durch langandauernde Schonhaltung alles verspannt, der Hund weiß gar nicht mehr richtig wie er sich bewegen soll.

Wie könnt Ihr nun sehen, ob Euer Hund sich in einer Schonhaltung befindet?

Das ist nicht immer einfach zu erkennen. Wenn Ihr Eurem Hund nach dem Spaziergang die Pfoten sauber macht, achtet drauf, ob er sich beide Hinterbeine bereitwillig hochnehmen lässt (natürlich nacheinander ). Wenn nicht, wenn er also nur ein Bein freiwillig nach hinten gibt und ihr an dem anderen Bein deutlich mehr ziehen müsst, sollte Euch das aufmerksam machen. Das Bein, das Ihr problemlos aufnehmen könnt, ist in der Regel das geschonte Bein. Das zweite Bein gibt er Euch deshalb nicht, weil er sich angewöhnt hat, mit diesem Bein sämtliche Last aufzunehmen. Wollt Ihr Euren Eindruck überprüfen, schaut euch die bzw. vielleicht auch  nicht mehr vorhandenen Muskeln an den Oberschenkeln an. Manchmal ist mit dem bloßen Auge nicht eindeutig erkennbar, ob es durch die Schonhaltung schon zum Muskelabbau gekommen ist. Dann könnt Ihr den Umfang mit Hilfe eines einfachen Bindfadens überprüfen, mit dem Ihr an beiden Oberschenkeln jeweils an der höchsten Stelle den Umfang abmesst. Einseitiger Muskelabbau ist ein ganz deutliches Zeichen für Schonhaltung bedingt durch Schmerzen.

Natürlich kann es auch sein, dass Eure Hunde einzelne Auffälligkeiten zeigen, ohne dass ein Schmerzgeschehen dahintersteckt. Wenn sich die Anzeichen aber häufen, solltet Ihr Euren Hund auf jeden Fall diesbezüglich etwas genauer beobachten oder untersuchen lassen.

Zusätzlich sollte man immer darauf achten, ob der Hund frisst. Wer ständig Schmerzen hat, hat oftmals keinen Appetit.

Ich hoffe, ich konnte Euch einige Hilfsmittel an die Hand geben, mit denen Ihr selbst feststellen könnt, ob Euer „Rücken-Hüfte-Knie“-Hund mit seinen Einschränkungen gut zurechtkommt oder ob er Schmerzen hat. Wenn Ihr Euch nicht sicher seid, empfehle ich immer den Gang zum Tierarzt oder Tierheilpraktiker. Damit Euer Hund nicht mit Schmerzen leben muss, nur weil er sich selbst nicht helfen kann. 

Ein Artikel von Maike Sauerstein, Tierheilpraktikerin.

Helicobacter - Ute Friederike Schernau

Helicobacter – Bakterien mit raffinierter Überlebensstrategie

In meiner, auf das Verdauungssystem spezialisierten Tierheilpraxis habe ich immer wieder Hunde-, aber auch Katzenpatienten, bei denen die Diagnose „Magenschleimhautentzündung“ lautet. Beim Menschen, wird diese Erkrankung neben Magengeschwüren in hohem Maße mit dem Bakterium Helicobacter in Verbindung gebracht. Doch kann dieses auch bei Hund und Katze, die Ursache einer Magenschleimhautentzündung sein? Und wie sieht es damit eigentlich beim Pferd aus? Können sich Mensch und Tier gegenseitig mit dem Bakterium anstecken? Zur Klärung dieser Fragen habe ich mich auf die Suche nach Antworten begeben.

Verschiedene Helicobacter-Arten

Einige Helicobacter-Arten besiedeln bei Mensch und/oder Tier die Magenschleimhaut, andere wiederum den Darm oder sogar die Leber. Bislang sind über 60 von ihnen bekannt. Einige, sind auch beim Tier zu finden. Sie werden zum Beispiel mit Entzündungen des Magen-Darm-Trakts, aber auch mit Lebererkrankungen in Verbindung gebracht. Welche Helicobacter-Arten beim Tier vorkommen und in welchem Organ sie zu finden sind, sehen Sie hier:

  • Katze: Helicobacter (H.) pylori (Magen), H. heilmannii (Magen), H. felis (Magen)
  • Hund: H. heilmannii (Magen), H. felis (Magen), H. canis (Darm, Leber), H. bizzozeroni (Magen), H. rappini (Magen, Darm), H. bilis (Magen, Darm, Leber)

Interessanterweise, wird in der Fachliteratur keine einzige Helicobacter-Art mit dem Pferd in Verbindung gebracht. In einem englischsprachigen Fachbuch heißt es dazu: „Helicobacter pylori is a causative agent of gastric ulcers in humans but there is no conclusive evidence of this in the horse.“ Und das, obwohl viele Pferde nicht nur an einer Magenschleimhautentzündung, sondern obendrein an Magengeschwüren leiden – dies sind schätzungsweise 60 Prozent aller Sport- und 90 Prozent aller Rennpferde.

Also, schauen wir uns zunächst einige, der bei Hund und Katze vorkommenden Helicobacter-Arten genauer an:

Helicobacter pylori

Dieses urease-positive, gebogene bzw. spiralförmige Bakterium ist mit Geißeln besetzt – dies fördert seine Beweglichkeit. Sein sehr aktives Enzym Urease sorgt dafür, dass vorhandener Harnstoff in Ammoniak und Kohlendioxid gespalten wird. Einerseits zeigt dies an, das H. pylori anwesend ist – hierfür könnte übrigens theoretisch auch bei Hund und Katze, der in der Humanmedizin bekannte „C-Harnstoff-Atemtest“ genutzt werden. Andererseits wird durch diese Aktivität die Magensäure in der unmittelbaren Umgebung des Bakteriums neutralisiert. Deshalb kann H. pylori auf seinem Weg zur schützenden, weniger sauren Schleimschicht überleben. Aufgrund seiner speziellen Form und mithilfe der Geißeln, verlässt es außerdem schnell das saure Milieu des Magens und durchdringt die zuvor beschriebene Schleimschicht.

Zusätzlich nutzt H. pylori bestimmte Enzyme, die sogenannten Proteasen, damit es zum Beispiel leichter durch die Schleimschicht des Magens gelangen und sich an seiner Schleimhaut anheften kann. Damit es darüber hinaus nicht von Phagozyten – dies sind spezialisierte Zellen des Immunsystems – erkannt und „aufgefressen“ wird, schützt es sich, indem es die Enzyme Katalase und Oxidase bildet. Hat das Bakterium erst einmal die Zelloberfläche mithilfe der beschriebenen Mechanismen erreicht, dann findet es dort optimale Wachstumsbedingungen und kann die Epithelzellen des Magens schädigen.

Protease (Synonyme: Proteinase, Peptidase, proteolytisches Enzym): Dieses Enzym kann unter anderem Proteine spalten.

Katalase: Es handelt sich dabei um ein Enzym, das Wasserstoffperoxid in Wasser und Sauerstoff spaltet.

Oxidase: Damit ist ganz grob gesagt ein Sauerstoff übertragendes Enzym gemeint.

Epithel: Es handelt sich um die oberste Zellschicht des Haut- bzw. Schleimhautgewebes.

Zoonosen: Gemeint sind Infektionskrankheiten, die gleichermaßen bei Mensch und Tier vorkommen und zwischen ihnen übertragen werden können.

Helicobacter felis und Helicobacter heilmannii

Beide Bakterienarten (zusammengefasst als GHLO; Erläuterung siehe dazu unter „H. bizzozeroni“) sind schraubenartig gewunden und besitzen ebenfalls Geißeln. Wie schon H. pylori, sind auch sie urease-positiv. Außerdem produzieren sie zum Schutz gegen Phagozyten unter anderem Katalase und Oxidase. Während jedoch H. felis das Epithel des Magens teils schwer schädig, konnte dies für H. heilmannii bislang nicht nachgewiesen werden.

Helicobacter canis und Helicobacter bilis

Das Besondere dieser beiden Erreger ist, dass ihnen die aggressiven Gallensäuren nichts anhaben und sie deshalb die Leber eines Hundes besiedeln können.

Helicobacter bizzozeroni

Auch diese Helicobacter-Art ist urease-positiv und produziert zum Selbstschutz Katalase sowie Oxidase. Außerdem tauchen damit verbunden immer wieder Begriffe wie helicobacter-like-organisms (HLO), helicobacter-pylori-like-organisms (HPLO), gastric-helicobacter-like-organisms (GHLO) oder auch gastrospirillum-like-organisms (GLO) auf. Dahinter verbergen sich bislang noch nicht vollständig identifizierte Helicobacter-Arten, die aber unter dem Lichtmikroskop durchaus erfasst werden können

Krankhafte Veränderungen

Im Gegensatz zum Menschen ist beim Tier noch nicht vollständig geklärt, welche krankhaften Veränderungen die unterschiedlichen Helicobacter-Arten hervorrufen. Jedoch scheinen die Erreger auch bei Hund und Katze unter anderem mit einer Gastritis, Durchfall, Erbrechen und Appetitlosigkeit in Verbindung zu stehen. Eine Infektion mit Helicobacter führt jedoch nicht zwingend zu einer Erkrankung bzw. zum Auftreten, der zuvor beschriebenen Symptome. Vermutlich beeinflussen die Stärke der Infektion sowie die individuelle Wirtsantwort, aber auch Umweltfaktoren das klinische Bild.

Übertragungswege

Helicobacter kann beim Tier oral-oral, gastrisch-oral sowie unter Umständen auch fäkal-oral weitergegeben werden. Im ersten Fall wird der Erreger mithilfe des Speichels durch gegenseitiges Belecken übertragen. Im zweiten Fall trägt der Kontakt mit Erbrochenem dazu bei, dass ein infiziertes Tier ein bisher nicht-infiziertes Individuum ansteckt. Dies wurde jedoch bislang nur bei Hunden nachgewiesen. Im dritten Fall wird Helicobacter durch infizierten Kot übertragen – dies kann unter anderem durch das Belecken der Analregion geschehen. Zudem stehen Fliegen in Verdacht. Bei ihnen wurde beispielsweise H. pylori sowohl auf der Körperoberfläche, als auch im Darmtrakt nachgewiesen.

Zoonoserisiko

Es wird vermutet, dass vor allem H. pylori, aber auch H. felis und H. heilmannii Zoonoseerreger sind, die vom Tier auf den Menschen und umgekehrt übertragen werden können. Dies unterstützt der teils enge Kontakt zwischen Mensch und Hund bzw. Mensch und Katze.

Diagnostik

Wie beim Menschen, können auch bei Hund und Katze sogenannte invasive und nicht-invasive Diagnosemethoden zum Nachweis von Helicobacter genutzt werden.

Invasive Methoden

Hierzu gehört zum Beispiel die Magenspiegelung. Diese Untersuchungsmethode eignet sich unter anderem zum Betrachten der Magenschleimhaut sowie zur Entnahme von Gewebe. Die dabei gewonnenen Proben werden mittels verschiedener Tests untersucht. Hierzu gehören beispielsweise der Urease-Schnelltest, die sogenannte Histopathologie, bei der die spirillenförmigen Bakterien in einer angefärbten Gewebeprobe erkannt werden oder auch der sogenannte PCR-Test (Polymerase Chain Reaction) mit dessen Hilfe ein Erreger anhand seines Erbmaterials identifiziert wird.

Die Spiegelung des Magens sowie gegebenenfalls zusätzlich des Dünndarms sorgt beim betroffenen Tier, aber auch bei Ihnen als Tierhalter in der Regel für sehr viel Stress. Manch einer von Ihnen schreckt deshalb vor dieser Untersuchung zurück. Sollten Sie dennoch einmal den Befund einer endoskopischen Untersuchung des Magens und eventuell auch des Dünndarms in Händen halten, dann achten Sie bitte auf die Begriffe „Spirillen“ oder auch „helicobacterartige Gastrospirillen“, denn Helicobacter gehört zur Familie der Spirillaceae.

Nicht-invasive Methoden

Um Helicobacter auf die Spur zu kommen, kann Erbrochenes mittels der Helicobacter PCR untersucht werden. Eine solche Probe kann man leicht gewinnen, außerdem sind dafür keine Manipulationen bei Hund oder Katze erforderlich. Diese Methode gibt zuverlässig Aufschluss darüber, ob Helicobacter im Magen des Tieres sein Unwesen treibt. Allerdings ist zum Beispiel beim Veterinärlabor VetScreen, das viele Tierheilpraktiker nutzen, aktuell keine Differenzierung der Helicobacter-Arten möglich. Dies ist jedoch geplant.

Darüber hinaus bieten einige Veterinärlabore nach wie vor an, die Helicobacter PCR im Kot eines Tieres zu ermitteln. Allerdings eignet sich ein positives Ergebnis nicht dazu, um auf eine Magenbeteiligung von Helicobacter zu schließen, denn die PCR weist auch im Darm lebende Helicobacter aus.

Therapie

Bei einer schulmedizinischen Behandlung wird üblicherweise eine Kombinationstherapie gewählt, um Helicobacter zum Verschwinden zu bringen. Diese besteht aus einem sogenannten Protonenpumpenhemmer (etwa Omeprazol) sowie mehreren Antibiotika (beispielsweise Amoxicillin oder Metronidazol).

 

Bei einer längerfristigen Therapie entziehen jedoch diese Arzneimittel dem betroffenen Tier wichtige Mikronährstoffe. Protonenpumpenhemmer, wie etwa Omeprazol wirken sich beispielsweise negativ auf knochenwirksame Mikronährstoffe aus: etwa Vitamin D, Vitamin B12, Folsäure, Calcium, Magnesium, Eisen und Zink. Antibiotika räubern außerdem zum Beispiel Magnesium, zudem schädigen sie die Darmflora, also die nützlichen Bakterien im Darm.

 

Darüber hinaus erhöht die Einnahme von Protonenpumpenhemmern zumindest beim Menschen das Allergierisiko – dies fand eine Studie vor einiger Zeit heraus. Außerdem wird unter anderem dem Antibiotikum Metronidazol nachgesagt, dass das es sowohl eine exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI), als auch eine Pankreatitis begünstigen kann. Doch auch die Naturheilkunde kann die Behandlung von Helicobacter unterstützen – vor allem sanft und ganz ohne Nebenwirkungen.

Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI): Diese Erkrankung beschreibt eine Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse. Wichtige Verdauungsenzyme bzw. ihre Vorstufen werden in diesem Fall nicht ausreichend vom sogenannten exokrinen Pankreas produziert.

Pankreatitis: Hierbei handelt es sich um eine akute oder chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Diese Erkrankung tritt vielfach bei Hunden auf, sie kann aber auch bei Katzen vorkommen.

Anmerkung der Autorin: Dies ist nur zu Ihrer Information und nicht als Anleitung zur Selbstdiagnose oder -therapie bestimmt. Sprechen Sie im konkreten Fall bitte Ihren Tierarzt oder einen Tierheilpraktiker in Ihrer Nähe an. Letztere finden Sie zum Beispiel unter: https://www.thp-verband.de/index.php/therapeuten/therapeutenliste oder https://kooperation-thp.de/Therapeuten.

Sabine Nawotka
Dipl.-Ök. und Tierheilpraktikerin
info@deine-tierheilpraxis.de
www.deine-tierheilpraxis.de

Sabine Nawotka ist Diplom-Ökonomin mit Schwerpunkt Marketing und Social-Media-Managerin IHK. Sie lebt und arbeitet seit 1997 in Münster. Die Ausbildung zur Tierheilpraktikerin war ihr so wichtig, dass ich währenddessen sogar ein attraktives Jobangebot in London abgelehnt hat.

Seit 2002 arbeitet sie als verbandsüberprüfte Tierheilpraktikerin mobil in und um Münster. Ihre Spezialgebiete sind das Verdauungssystem (Magen, Darm(flora), Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse) sowie die Fütterung von Hund und Katze (beispielsweise handelsübliches Futter und BARF).

Außerdem, ist sie seit Juni 2019 (fast) jeden Monat live als Expertin „Tiergesundheit“ beim Homeshopping-Sender CHANNEL21 im Format „Vier Pfoten“ zu sehen.

Titelfoto: Ute Friederike Schernau, https://ute-friederike-schernau.de/

Allergien bei Tieren

Hilfe, mein Tier hat Allergien!

Allergie – kein Problem!

Wer kennt die Fälle nicht aus der Praxis oder gar vom eigenen Vierbeiner: der Hund kratzt sich permanent und alle bisherigen Maßnahmen haben keinen Erfolg gebracht. Futterumstellung, Flohbekämpfung, Baden mit antiallergischem Shampoo – egal was auch immer man probiert, nach anfänglicher Besserung zeigt sich nach spätestens einer Woche wieder das gleiche Bild. Schlimmer noch – mit zunehmender Dauer der Beschwerden kommen immer mehr Probleme hinzu.

Irgendwann sucht der Besitzer den Tierarzt auf. Wir nehmen dann Blut ab, machen vielleicht eine Hautbiopsie, aber trotz allem Aufwand kommen auch wir zu keinem eindeutigen Ergebnis und somit auch nicht zum dauerhaften Erfolg. „Allergische Problematik“ lautet dann meist die Diagnose. Allergisch – aber auf was? Futter? Pollen? Hausstaubmilben? Insektenstiche? Meist lassen sich schulmedizinisch die eigentlich verursachenden Allergene nicht herausfinden, oder aber es sind sehr aufwendige zusätzliche Untersuchungen dazu notwendig.

Auch bei unseren Hunden nehmen die Futtermittelunverträglichkeiten in den letzten Jahren zu. Aber welches Futter verträgt der Hund? Die übliche Empfehlung lautet dann meist, eine so genannte Ausschlussdiät zu füttern.

Häufig wird dann Pferdefleisch mit Kartoffel empfohlen, da die meisten Hunde in ihrem Leben mit diesen beiden Komponenten wohl noch nicht in Kontakt gekommen sind. Aber woher weiß man denn, dass der einzelne Hund nicht vielleicht genau darauf allergisch reagiert? Und wenn der Hund weiter kratzt, kann es ja auch sein, dass eine Allergie auf Umweltkomponenten wie Hausstaubmilben oder im Sommer Pollen vorliegt. Den entscheidenden Durchbruch – auch in der Allergietherapie – habe ich in meiner Praxis erst durch die Anwendung der BICOM Bioresonanzmethode erreichen können.

Vorteile der Bioresonanz

Eine Allergie ist eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Ziel der BICOM Bioresonanz ist es, diese Fehlsteuerung zu beseitigen und die fehlgeleiteten Immunreaktionen wieder in die richtigen Bahnen zu lenken.


Forschungen im Bereich der Quanten- und Biophysik geben Hinweise darauf, dass jeder Organismus ein ganz spezifisches elektromagnetisches Feld besitzt und dass dieses Feld einen maßgeblichen Einfluss auf die Steuerung und somit auf die Selbstregulation des Körpers hat. Gemäß der Quantenphysik hat aber auch jede Substanz – wie z. B. Pollen, Schwermetalle etc. – ein ganz spezifisches elektromagnetisches Feld.
Die BICOM Bioresonanz arbeitet mit den spezifischen Frequenzmustern des elektro-magnetischen Feldes des Körpers und von krankmachenden Substanzen.

Sie wirkt so auf die Steuerungsvorgänge, z. B. auch des Immunsystems ein.
Mithilfe dieser spezifischen Frequenzmuster können Allergene, aber z. B. auch krankmachende Schadstoffe aus der Umwelt, Pilze, Viren und Bakterien etc. getestet werden.


Weiß man nun, worauf ein Körper allergisch reagiert, wäre natürlich die einfachste Möglichkeit, das Leiden des Tieres zu lindern, es von dem Auslöser fern zu halten. Leider ist das aber nicht immer möglich und vielfach auch nicht ausreichend. Zum einen bauen sich Allergien im Organismus über längere Zeit auf und es kommen meist immer weitere Allergene hinzu. Zum anderen gibt es häufig Diagnosen, bei denen ein einfaches Meiden des Allergens gar nicht machbar ist. Also zum Beispiel, wenn der Hund auf alle Eiweiße der verschiedensten Fleischsorten allergisch reagiert, was leider immer häufiger vorkommt.

Auch die Diagnose Hausstaubmilbenallergie stellt für den Hund ein echtes Problem dar, denn wie soll man Hausstaub vermeiden?


Zum Glück ist die BICOM Bioresonanz aber nicht nur ein geniales System zur Diagnose, sondern zugleich auch eine hervorragende Therapiemethode. Und dabei geht es auch hier wiederum nicht nur darum, das Symptom – nämlich z. B. den Juckreiz – zu behandeln, sondern das Übel an der Wurzel zu packen und ganz gezielt die eigentliche Ursache zu  nden und zu behandeln, so dass der Körper wieder normal reagieren kann.

Mit Hilfe des neuen BICOM mobile VET können Sie der eigentlichen Ursache einer Allergie auf die Spur kommen

bitcom mobileVET

Denken wir dabei nur allein an Quecksilber- und Aluminiumanteile, die in Injektionsmedikamenten enthalten sind, an Autoabgase, denen unsere Hunde bedingt durch ihre niedrige Körperhöhe besonders stark ausgesetzt sind, an Kunststoffe, die durch Trink- und Futternäpfe abgegeben werden, an teilweise belastete Futtermittel, an nicht voll-ständig auskurierte oder nur unterschwellig aufgetauchte bakterielle oder virale Infekte.Und letztendlich kann natürlich auch Stress die Selbstregulation des Körpers beeinträchtigen.

Bei allen chronischen Erkrankungen darf man sicherlich nicht vergessen, dass auch unsere Tiere durch die Vielzahl der bereits angesammelten Toxine teilweise massive energetische Blockaden im Organismus mit sich herumtragen. Am Anfang jeder BICOM Bioresonanztherapie steht dementsprechend auch die Austestung der im Organismus vorhandenen Blockaden und deren Therapie. Dabei kommen dann teilweise sehr erstaunliche Ergebnisse zu Tage. Mir wurde zum Beispiel eine Zuchthündin vorgestellt, die seit beinahe zwei Jahren keinen regelmäßigen Zyklus mehr hatte und nicht tragend wurde. Alle schulmedizinischen Untersuchungen brachten hierbei kein Ergebnis. Erst nachdem durch die BICOM Bioresonanz festgestellt wurde, dass die Hündin unter anderem eine Strahlenbelastung hatte, fanden wir heraus, dass sich der Schlaf-platz der Hündin in der Nähe des WLAN Routers und neben dem Computer befand. Nachdem der Schlafplatz verlegt und die Hündin dreimal mit der BICOM Bioresonanz behandelt worden war, begann unmittelbar die Läufigkeit, in der die Hündin dann auch gedeckt wurde und später acht gesunde Welpen zur Welt brachte.


Ein weiterer blockadebedingter Krankheitsfall ist sicher auch ein mit massiven Allergien erkrankter Hund, bei dem eine geopathische Belastung festgestellt wurde. Da der Hund in der Vulkaneifel zu Hause war, ließ sich zwar die geologische Situation, die für die geopathische Belastung verantwortlich war, nicht ändern, jedoch waren die Besitzer in der Lage, durch einen Geopathologen ihr Haus entstören zu lassen und der Hund konnte durch die BICOM Bioresonanz auch in seiner geopathischen Belastung erfolgreich therapiert werden. Die Allergie war nach dieser Ausleitungstherapie dann durch die weiteren Allergieprogramme im Rahmen der BICOM Bioresonanztherapie leicht zu therapieren.


Meist sind bei einer Allergie ein oder mehrere Ausleitungsorgane in ihren Funktionen beeinträchtigt, was dazu führt, dass Toxine vom Körper nicht im erforderlichen Umfang ausgeschieden werden können. Diese Organsysteme müssen dann auch durch die BICOM Bioresonanztherapie unterstützt werden. Beim Allergiker zeigen sich die Probleme vor allem an folgenden Hauptausleitungsorganen:

  • Die Haut: diese verändert sich oder juckt, häufig kommt es auch zu immer wiederkehrenden Ohrenentzündungen.

  • Der Darm: die Problematik äußert sich in dünnbreiigen Stuhlgängen.
  • Lunge: Asthmaähnliche Symptomatik, chronische Bronchitiker

 

Gerade beim Pferd muss der chronische Bronchitiker als eindeutiger Allergiker gesehen werden. Wichtig ist es hierbei vor allem, Pilzbelastungen abzuklären, da bei den meisten an COPD erkrankten Pferden immer wieder Schimmelpilze als Belastungen gefunden werden.

Katze

Letztendlich stellt jedoch die Symptomatik des Allergikers nur das äußerlich sicht-bare Symptom einer inneren Fehlregulation dar.


Da die BICOM Bioresonanz auf der Steu-erungsebene ansetzt und das Ziel hat, die Fehlsteuerung des Immunsystems zu be-heben, ist eine Heilung der Allergie durch die BICOM Bioresonanz möglich. Auch bei der Bioresonanztherapie sollte – soweit überhaupt möglich – eine gewisse Zeit eine Karenz der Allergene versucht werden. Aber selbst für den Fall, dass eine Karenz nicht möglich ist – wie beispielsweise bei einem Terrier in meiner Praxis, der auf Katzen-haare allergisch reagierte, jedoch mit zwei Katzen zusammen lebte – war die Therapie der Allergie durch die BICOM Bioresonanz möglich, und der Hund lebt seitdem ohne jegliche allergische Symptomatik weiter mit seinen beiden vierbeinigen Freunden zusammen.


Nach Ende der erfolgreichen Therapie ist der Organismus wieder in der Lage, die vor-her als Allergen eingestuften Stoffe als nicht schädlich zu erkennen und nicht mehr aller-gisch zu reagieren.

Ein Artikel von Dr. Jochen Becker

Niere bei Hunden

Die Niere – ein Organ mit vielen Aufgaben

Die Niere ist ein Multifunktionsorgan. Ihre Aufgabe Urin zu produzieren ist allgemein bekannt. Mit dem Urin werden nicht nur Wasser, sondern auch überschüssige Mineralstoffe und für den Körper schädliche Stoffe (die sogenannten „harnpflichtigen Stoffe“) ausgeschieden. Die Niere gehört zu den Entgiftungs- und Ausscheidungsorganen des Körpers. Zudem ist sie ein Regulationsorgan, das für einen ausgeglichenen Wasser- Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt sowie die Aufrechterhaltung des benötigten Blutdrucks sorgt. Außerdem ist die Niere an der Produktion der roten Blutkörperchen beteiligt und der Produktion von Enzymen und Hormonen.

Bei dieser Fülle an vielfältigen Aufgaben wird besonders deutlich: Arbeitet die Niere nicht mehr richtig, entstehen daraus für den Körper eine ganze Reihe an Problemen.

Symptomatisch bleibt eine chronische Niereninsuffizienz leider sehr lange unauffällig. Erst wenn das Organ seine Funktion zum größten Teil eingestellt hat, treten erste Krankheitszeichen auf. Dazu zählen, Übelkeit mit Fressunlust und Erbrechen, Abgeschlagenheit und glanzloses Fell. Harnpflichtige Stoffe werden nicht mehr ausgeschieden und reichern sich im Körper an. Dadurch riechen die Tiere nach Urin vor allem aus dem Maul. Die Nieren sind nicht mehr in der Lage, den Urin zu konzentrieren. Es wird mehr  Wasser ausgeschieden. Somit entsteht auch mehr Durst. 

Labordiagnostisch zeigen sich Proteine im Urin und ein sogenanntes niedriges „spezifisches Gewicht“. Das bedeutet, dass der Urin sehr wässrig ist. Im Blut sind Harnstoff und Creatinin erhöht. Allerdings steigen diese Parameter erst an, wenn schon mindestens 50% der Niere zerstört sind. Seit ein paar Jahren geht man dazu über, SDMA zu messen, der schon zu einem früheren Zeitpunkt  Veränderungen anzeigt.

Unterschieden wird zwischen chronischem und akutem Nierenversagen

Das akute Nierenversagen tritt plötzlich auf. Den Tieren geht es sehr schlecht. Ursachen sind oft Aufnahme von Gift, vor allem Frostschutzmittel, aber auch bestimmte Pflanzen oder Schimmelpilze. Auch Traumen, die manchmal von Tierbesitzern gar nicht bemerkt wurden, können die Niere nachhaltig schädigen.

Die Entstehung eines chronischen Nierenversagens kann man in den meisten Fällen nicht mehr nachvollziehen. Bei einigen Hunderassen wie Pudel, Berner Sennenhund, Deutscher Schäferhund und verschiedenen Terrierarten ist es genetisch bedingt. Aus eine Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen resultiert häufig ein Bluthochdruck, der die Nierenkörperchen schädigt. Hier ist auch zu bedenken, dass sich ein Nierenversagen oft erst dann offenbart, wenn die Schilddrüse eingestellt ist und die Nieren infolgedessen schlechter durchblutet werden.

Sowohl chronisches als in selteneren Fällen auch akutes Nierenversagen kann durch folgende Faktoren ausgelöst werden:

  • Infektionen durch verschieden Bakterien (z. B. Leptospiren) oder Viren
  • Zahn- oder Harnwegsentzündungen
  • verminderte Nieren-Durchblutung z. B. in Form einer stattgefundenen Narkose
  • Ernährung mit zu eiweiss- oder phosphathaltigem Futter
  • Einnahme belastender Medikamente allen voran Schmerzmittel

 

Sind die Nierenkörperchen einmal geschädigt und können infolge dessen das Blut weniger effektiv filtern, wird der Druck auf die Nierenkörperchen erhöht, um die Filtration erst einmal aufrecht erhalten zu können. Das führt wiederum zu einer fortschreitenden Zerstörung. Der Teufelskreis hat begonnen.

Manche Tiere entwickeln eine Blutarmut, da in der Niere Erythropoetin gebildet wird, das bei der  Produktion der roten Blutkörperchen benötigt wird.

Vorsorge und Behandlung von nierenkranken Tieren

Vorsorge und Unterstützung der Nierenfunktion sind sinnvolle Maßnahmen, um die Nieren gesund zu erhalten oder eine Funktionseinschränkung frühzeitig zu erkennen. Ab einem Alter von ca. 8 Jahren sollten einmal jährlich die Nierenwerte überprüft werden. Auch wenn das Tier noch augenscheinlich gesund ist. So fällt sofort auf, sobald ein Wert ansteigt. Die kurweise Zufütterung von nierenstärkenden Kräutermischungen hat eine positive Wirkung auf das Organ. Vor allem sekundäre Pflanzenstoffe, die die Diurese (Harnbildung) anregen, pflegen die Nieren und die ableiteten Harnwege durch verstärkte Spülung.

Je nachdem, wie schlecht es einem Tier mit Nierenversagen geht, sind unterschiedliche Maßnahmen erforderlich. Ein Tier, das nicht frisst und evtl. auch schon ausgetrocknet ist, braucht Infusionen.

Zudem sollte auf ein Futter mit hochwertigem aber dafür geringerem Anteil an Eiweiss gefüttert werden. Am besten erfolgt die Umstellung langsam. Anfangs geht es vorrangig darum, dass das Tier überhaupt wieder frisst.

Zusätzlich können verschiedene Homöopathika, Phytotherapeutika und Nahrungsergänzungsmittel die Niere stärken und unterstützen.

Ist der Phosphatwert im Blut hoch, verabreicht man einen Phosphatbinder in Pulver- oder Tablettenform, wird vermehrt Protein über den Urin ausgeschieden, ist zusätzlich die Gabe einer Suspension nötig, die das verhindert, denn Proteine werden im Körper gebraucht.

In Fällen von Schilddrüsenüberfunktion und Bluthochdruck ist eine Behandlung dieser Erkrankungen zusätzlich nötig, um die Ursache für die Nierenerkrankung zu beseitigen.

Ein Artikel von Birigit Vorndran, Tierheilpraktikerin, Provicell GmbH

 

Antibiotika_Titelbild Foto George Dolgikh AdobeStock

Antibiotika – Einsatz natürlicher Alternativen in der Tierheilpraxis

Seit Anfängen der Menschheit ist die Verwendung von Pflanzen und Kräutern zu Heilzwecken bekannt. Dieses Wissen ist lange Zeit mit der Entdeckung von Antibiotika in den Hintergrund getreten. In den 50ziger Jahren brach ein regelrechter „Antibiotika-Boom“ aus – man wurde schneller gesund und konnte diese Mittel bereits bei Anzeichen einer Erkältung einsetzen. Tierärzte fingen an das Vieh zu behandeln, Landwirte konnten ihre Ernte vor Krankheiten schützen. Unbemerkt folgten tiefgreifende, ökologische Veränderungen. Anfang der 80ziger Jahre wirkte Antibiotika auf einmal nicht mehr bei Krankheiten, die zuvor mit den Mitteln behandelt wurden. Die Bakterien „lernten“ resistent zu werden. So kam die Wissenschaft irgendwann zu der Erkenntnis, dass man mit diesem „Wundermittel“ anders hätte umgehen müssen. Derzeit wird aktiv weiter geforscht, Antibiogramme werden angelegt und der Einsatz von Antibiotika muss sinnvoll erfolgen – oder greift man doch besser auf eine natürliche Alternative zurück?! Geben wir unseren Tieren doch die Chance ganzheitlich gesehen gesund zu werden, indem wir als Tierheilpraktiker nicht nur das Symptom einer Erkrankung behandeln, sondern den Ursprung bei den Wurzeln packen. 

Jede Krankheit hat ihren besonderen Sinn, denn jede Krankheit ist eine Reinigung; man muss nur herausbekommen, wovon!
– Christian Morgenstern

Definition Antibiotikum

Der Name Antibiotika stammt aus dem Alt-griechischen und bedeutet wörtlich über-setzt „gegen das Leben“. Die Einzahl von Antibiotika heißt Antibiotikum. Ursprünglich wurde der Begriff „Antibiotikum“ nur für die niedermolekularen Substanzen verwendet, die von den Mikroorganismen selbst synthetisiert wurden. Heute bezeichnet man damit alle Substanzen, die gegen jede Form von Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und Viren wirken, egal ob sie hoch- oder nieder-molekular, natürlicher sowie synthetischer Herkunft sind. Allerdings werden im engen medizinischen Sinn nur die Wirkstoffe, die ausschließlich Bakterien bekämpfen, als Antibiotika bezeichnet, da sie in der Regel gegen Pilze und Viren wirkungslos sind. Antibiotika sind Medikamente, mit denen Infektionskrankheiten behandelt werden. In der Medizin werden sie demzufolge gegen Infektionen durch Protozoen eingesetzt. Antibiotika werden von höheren Organismen gebildet, wie z.B. von Pflanzen und Amphibien. Sie dienen als Abwehrmaßnahme gegen eine Infektion oder um sich Selektionsvorteile im Ressourcenwettbewerb zu verschaffen. 

Was sind synthetische Antibiotika?

Synthetische Antibiotika sind chemisch-pharmazeutisch hergestellte Medikamente. Sie werden auch als Chemotherapeutika bezeichnet. Allerdings haben die antibiotisch wirksamen Chemotherapeutika nichts mit bestimmten Medikamenten gegen Krebs zu tun. Seit 1950 wurden schon bekannte Antibiotika chemisch so abgewandelt, dass neue Medikamente, sogenannte halbsynthetische Antibiotika entstanden. Aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus werden Antibiotika heutzutage aber vielfach nur noch vollsynthetisch hergestellt. Synthetische Antibiotika, zerstören Bakterien ohne Rücksicht darauf, ob sie schaden oder nützen. Ganz anders ist dies bei den natürlichen Antibiotika. Pflanzen bedienen sich ihrer antibiotischen Wirkstoffe, um die Organismen zum Schutze des eigenen Fortbestandes zu hemmen. Das nennt man Antibiose, denn niemals würden sie Organismen zerstören, die sie für das eigene Überleben noch brauchen.

Was sind natürliche Antibiotika?

Alle Pflanzen entwickeln Stoffe, um sich gegen Viren, Bakterien und Pilze zu schützen, die sie befallen und schädigen. Die Naturstoffe wirken deshalb nicht nur gegen Bakterien, sondern auch gegen Viren und Pilze. Demzufolge werden natürliche Antibiotika fast ausnahmslos aus Pflanzen gewonnen, manchmal auch aus einer Symbiose zwischen Pflanze und Insekt, so wie das etwa bei Propolis oder Honig der Fall ist. Auch die heimische Natur- und Volksheilkunde setzt natürliche Antibiotika seit Jahrhunderten medizinisch hilfreich ein. Die frühesten bis-her bekannt gewordenen schriftlichen Aufzeichnungen stammen aus Nordchina und von einem Papyrus aus Ägypten. Beide sind etwas um 2000 v. Chr. entstanden und dokumentieren die Verwendung von verschieden Heilpflanzen wie Myrrhe und Weihrauch, die auch heute noch im Gebrauch sind. Aber nicht nur bei den Chinesen, Ägyptern und Indern waren Pflanzenheilmittel über Jahr-tausende hinweg Hauptbestandteil ihrer medizinischen Praxis, auch Inka, Maya und viele verschiedene Indianerstämme Nord- und Südamerikas kannten ihre Heilwirkungen. So entstanden jahrtausendalte Erfahrungen, die in den verschiedensten Kulturen oft nur mündlich weitergegeben wurden.

Wie wirkt ein Antibiotikum?

Das Wirkspektrum jedes Antibiotikums ist unterschiedlich, da der Aufbau und der Stoffwechsel der einzelnen Bakterien ungleich sind. So kann ein Antibiotikum gegen einen bestimmten Erreger wirksam sein, gegen einen anderen jedoch nicht. In der Medizin und Pharmakologie unterscheidet man demnach zwischen Schmalspektrum- und Breitspektrum Antibiotika. Schmalspektrum Antibiotika wirken nur gegen eine geringe Anzahl von Bakterien-arten, während Breitspektrum Antibiotika gegen eine Vielzahl unterschiedlichster Keime effektiv sind. Deren bakterizide Wirkung zerstört die Zellwand des Erregers, tötet ihn ab, während die bakteriostatische Wirkung eines anderen Antibiotikums in dessen Stoffwechsel eindringt und verhindert, dass er sich teilt und wachsen kann. Andere Antibiotika wiederum blockieren oder verlangsamen die Funktion von Bakterienenzymen, ohne die eine chemische Reaktion überhaupt nicht möglich ist. Entgegen der allgemeinen Ansicht wirken Antibiotika je-doch nicht gegen Viren.

Mögliche Nebenwirkungen

  • Darmflora
    Durch die Behandlung mit Antibiotika wer-den nicht nur krankheitserregende Keime abgetötet, auch die natürliche Bakterienflora, wie die Darmflora, kann geschädigt werden. Antibiotika sind nicht in der Lage zwischen „guten“ und „bösen“ Bakterien zu unterscheiden. Ist die Darmschleimhaut erst einmal durchlässig für alle möglichen Fremdstoffe, können Allergien und Magen-Darmbeschwerden, z. B. Durchfall auftreten. Ebenso können sich Pilze ungehemmt vermehren und festsetzen.

  • Allergien
    Anzeichen eines Schocks oder Nesselfieber deuten auf eine allergische Reaktion hin.

  • Nierenschädigende Eigenschaften(Nephrotoxizität)
    Einige Antibiotika können Nierenschäden verursachen.

  • Neurotoxische Wirkungen
    Unter der Einnahme einiger Antibiotika kann es zu allgemein befindlichen Symptomen kommen, wie z. B. Übelkeit oder Erbrechen. Einige Antibiotika können bei einer Überdosierung zu einer Epilepsie führen oder es kann zu einer Hyperpigmentierung der Haut kommen.

  • Ototoxische Wirkungen
    Schwindel- und Koordinationsschwierigkeiten können Anzeichen einer Innenohrschädigung sein.

  • Immunsystem
    Durch häufige oder lang anhaltende Antibiotikagaben kann es in Folge zu einem gestörten Immunsystem kommen.

  • Resistenzenbildung
    Durch den Gentransfer wird die genetische DNA an ein anderes Bakterium weitergegeben. Das bedeutet, ein Bakterium kann Erbmaterial mit allen anderen Bakterienarten austauschen.

Was sind Resistenzen?

Von einer Resistenz spricht man, wenn sich Bakterien unter falsch angewandtem Antibiotikum so verändern, dass das Medikament auch später, bei einem sachgerechten Einsatz nicht mehr wirken kann. Grundsätzlich muss jede Antibiotikabehandlung aus-reichend lang vorgenommen werden, sie darf auch dann, wenn es dem Tier bereits wieder gut geht, nicht frühzeitig abgebrochen werden! Bakterien sind sehr anpassungsfähig und stellen sich recht schnell auf die Substanz ein, die sie abtötet.

Was ist ein Antibiogramm?

Ein Antibiogramm ist eine Möglichkeit herauszufinden, mit welchen Bakterienstämmen eine Infizierung vorliegt und um somit das wirksamste Antibiotikum zu finden. Vor Beginn einer Behandlung mit einem Anti-biotikum sollte daher eine mikrobiologische Diagnostik mit Erregeridentifizierung und Antibiogramm erfolgen.

Was sind „Alternative Behandlungsmöglichkeiten“ in der Tierheilpraxis?

Der Begriff Alternativmedizin, auch: alternative Medizin und Komplementärmedizin sind Sammelbegriffe für unterschiedliche Behandlungsmethoden und diagnostische Konzepte, die sich als Alternative oder Ergänzung zu wissenschaftlich begründeten Behandlungsmethoden verstehen, wie sie im Medizin- und Psychologiestudium gelehrt werden. Zu den alternativmedizinischen Behandlungsmethoden gehören:

  • Homöopathie
  • Naturheilverfahren
  • Körpertherapieverfahren
  • einige Entspannungsverfahren
  • Osteopathie
  • Akupunktur

Einige Beispiele...

…… die in der Tierheilpraxis alternativ oder auch begleitend zu einer schulmedizinischen Behandlung eingesetzt werden können.

Mykotherapie – Vitalpilze

Foto: Viator – Pixabay

Ausgewählte Vitalpilze mit antibiotischer Wirkung

  • Corprinus comatus (Schopftintling)
    Durch seine keimhemmende Wirkung, (z. B. bei Eiterbakterien) kann er sehr gut bei der Wundheilung eingesetzt werden.


  • Cordyceps sinensis (chinesischer Raupenpilz)
    Laut TCM wirkt sich der Cordyceps stärkend auf Lunge und Niere und wird bei Asthma, Lungen-und Bronchialerkrankungen, wie COPD gerne eingesetzt. Auch für seine leberschützende Wirkung ist der Raupenpilz bekannt. Achtung bei Sportpferden: Dopinggesetz!


  • Coriolus versicolor (Schmetterlingstramete)Er wird in der TCM seit Jahrhunderten unter anderem als Mittel gegen infektiös bedingte Erkrankungen durch Viren und Bakterien eingesetzt. Aus ganzheitlicher Sicht besitzt der Coriolus die Haupteigenschaften aller wichtigen Vitalpilze. Auch begleitend bei Müdigkeit, Schlappheit und Antriebslosigkeit zeigt er Wirkung auf das Immunsystem.


  • Reishi (glänzender Lackporling)
    Er gilt in der TCM als eines der wirksamsten Mittel zur Stärkung des Organismus, eine per-fekte Balance zwischen Yin und Yang. Mehr als 150 verschiedene Triterpene sind inzwischen identifiziert worden, die für die gefäß-schützende, antiallergische, cholesterinsenkende und entgiftende Wirkung des Vitalpilzes verantwortlich gemacht werden. Eingesetzt wird er z.B. bei: Wundheilungsstörungen, bakteriellen und viralen Infektionen, Regulation von Fettstoffwechselstörungn und Lebererkrankungen.


  • Shiitake (Lentinula edodes)
    In der TCM ist er „der Pilz“ bei Erkältungen, Entzündungen, Magenbeschwerden, Lebererkrankungen, Gefäßerkrankungen und zahlreichen weiteren Erkrankungen. Der Shiitake Pilz unterstützt ebenfalls die Darmflora und aktiviert hier ebenfalls das Immununsystem.

Die Bienenapotheke

  • Honig als Salbenverband
    Er dient zur Wundheilung durch das Feuchtklimaprinzip:
    Eine Wunde wird von außen nach innen feucht gehalten, damit sie von unten nach oben verheilen kann. Das bedeutet, man erneuert den Honigverband solange, bis die oberste Hautschicht verheilt ist. Die physikalischen Eigenschaften von Honig stellen eine schützende Barriere dar und schaffen durch Osmose ein feuchtes Wundklima in Form einer Honiglösung, die nicht unter dem da-runterliegenden Wundgewebe verklebt. Eine bakterielle Besiedelung dieses feuchten Milieus wird durch antibakterielle Eigenschaften des Honigs verhindert und die Regeneration des Gewebes wird stimuliert.
    Manuka Honig ist eine besondere Honigsorte und soll eine besonders starke antibak-terielle Wirkung besitzen.

  • Propolis
    Bienen produzieren mit Propolis ein hervorragendes Mittel zum Bauen und Schutz gegen Eindringlinge in den Bienenstock. Propolis ist von grünlichbrauner bis rötlicher Farbe und klebriger Konsistenz, angemischt aus Wachs und Honig. Diese Substanz wirkt antibiotisch und macht den Bienenstock weitestgehend keimfrei. Die in dem Propolis enthaltenden Flavonoide haben eine antibiotische Wirkung auf Bakterien, Pilze und bestimmte Viren.

Kolloidales Silberwasser

Kolloidales Silber verfügt über die Eigenschaft, wirksam gegen Bakterien, Viren und Pilze zu sein, so dass es als natürliches Antibiotikum eingesetzt werden kann. In seiner kolloidalen Form kann es in einzellige Bakterien eindringen und dort das für die Sauerstoffgewinnung zuständige Enzym blockieren.

Einige Pflanzen mit antibiotischer Wirkung

  • Ringelblume (Calendula officinalis)
    Anwendung: Die Ringelblume ist neben ein wichtiges Hautpflege-und Reinigungsmittel, ein wertvolles Wundheilmittel und fördert die Funktion der Verdauungsdrüsen. Äußerlich angewendet wird sie als Salbe, Tinktur oder Auflage bei Akne, Furunkeln, Verbrennungen und bei Entzündungen und Geschwüren, die dicht unter der Haut liegen. Auch verschmutze und eitrige Wunden reagieren gut auf Ringelblumen-Anwendungen. Feuchte Auflagen sind gut bei Ausschlägen und schlecht heilenden Wunden.


  • Gundermann (Glechoma hederacea) Anwendung: Die ätherischen Öle und Bitterstoffe machen die Pflanze zu einem verdauungsfördernden Heilmittel, welches auch entwässernd und in den Harnwegen keimtötend wirken kann. Es regt die Leberfunktion an und senkt die Magensäure. Zudem verwendet man Gundermann bei bronchialen Erkrankungen. In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird er auch zur Behandlung von Pneumonie und Nephritis eingesetzt.


  • Thymian (Thymus vulgaris)
    Anwendung: Thymian besitzt eine keimtötende Eigenschaft und kann bei Bronchitis, Husten, Halsentzündung, fieberhaften Infekten und Grippe helfen. Er regt zudem das Verdauungssystem an und verhindert Mundgeruch. Als Diuretikum kann er bei Arthritis, Rheuma und Gicht Erleichterung schaffen. In Öl eingelegt kann er zur Reinigung und Desinfektion von Wunden verwendet werden. ACHTUNG: Nicht über längere Zeiträume verwenden und nicht überdosieren, da die Schleimhäute gereizt werden und Erbrechen und Durchfall hervorgerufen werden kann.


  • Salbei (Salvia officinalis)
    Anwendung: Der Schwerpunkt der Anwendungsgebiete des Salbeis liegt im Bereich des Mund- und Rachenraums. Salbei kann entzündungshemmend und schmerzlindernd bei Tonsillitis, Angina sowie Paradentose wirken. Desweiteren wird Salbei bei: Bronchitis, Durchfall, Ekzeme, Husten, Kehlkopfkatarrh, Magenbeschwerden, Verstopfung und bei Verletzungen eingesetzt.

Unterstützende Therapiemaßnahmen

  • Akupunktur, sowohl fördernd zur
    Wundheilung und Genesung, als auch schmerzlindernd

  • Farblichttherapie in der Tierheilpraxis, z.B. bei Atemwegserkrankungen, Magen-Darmentzündungen, Erschöpfung

  • Bachblüten

Einige ausgewählte Bachblüten nach Dr. Edward Bach und ihre Lossprechung:

  • Nr. 9 Clematis: „Das Tier wirkt aufgrund einer Erkrankung teilnahmslos und apathisch, es hat keinen Appetit und trinkt wenig.“

  • Nr. 23 Olive: „Das Tier ist erschöpft. Durch die Erkrankung schläft es viel und ist antriebslos.“

  • Nr. 37 Wild Rose: „Das Tier hat auf-grund der Erkrankung wenig Energie. Es zieht sich zurück und vegetiert in seinem Krankheitszustand hinein.“

Ein Artikel Bettina Kramer, Tierheilpraktikerin

(Titelfoto: © George Dolgikh – AdobeStock)

* Hinweis nach § 3 Heilmittelwerbegesetz: Bei den hier aufgeführten naturheilkundlichen Methoden sowohl diagnostischer als auch therapeutischer Art handelt es sich um Methoden der alternativen Medizin, die wissenschaftlich umstritten und von der Lehrmedizin nicht oder nur teilweise anerkannt sind.