Das Foto zeigt den Ausstellungsraum mit Exponaten auch in Vitrinen.

Sonderausstellung rückt Hunde ins Rampenlicht

Noch bis zum 13. Oktober 2024 in Altena

17. Oktober 2023, Märkischer Kreis. (pmk)

Märkischer Kreis. (pmk). Hunde sind das Thema der Sonderausstellung in den Museen Burg Altena und im Deutschen Drahtmuseum. Am 12. November 2023 startete die Ausstellung „Hunde. Treue Gefährten des Menschen“. Kuratorin Dr. Agnes Zelck gab einen Monat vor der Eröffnung einen ersten Einblick hinter die Kulissen.

Der Hund ist einer der besten Freunde des Menschen. Wie viel Wahrheit darin steckt, zeigt sich auch in Zahlen: Nach Katzen sind Hunde mit 10,6 Millionen Tieren in deutschen Haushalten die beliebtesten Haustiere (Stand: 2022). In der neuen Sonderausstellung „Hunde. Treue Gefährten des Menschen“ bekommen Besucherinnen und Besucher in den Museen Burg Altena und im Deutschen Drahtmuseum spannende Einblicke in das Miteinander von Mensch und Hund früher und heute in unserem westlichen Kulturkreis mit den vielen Licht-, aber auch einigen Schattenseiten.

Am Anfang war der Wolf

Bis zur großen Premiere liefen die Arbeiten hinter den Kulissen auf Hochtouren. „Zuletzt kam ein Modell einer Hundewaschanlage an. Es wird im Bereich ‚Nur das Beste für meinen Bello‘ zu sehen sein“, sagt Dr. Agnes Zelck. Die Museumstechniker Andreas Gerstendorf und Ralf Jellema haben dem Objekt bereits seinen Platz in der Vitrine gegeben. „Damit fehlen nur noch zwei Objekte, dann ist die Ausstellung vollständig“, freut sich Dr. Zelck. Nach einem letzten Feinschliff kurz vor der Eröffnung, wie Licht auf die Objekte ausrichten und Glasvitrinen reinigen, startete die Ausstellung am 12. November.

Wer die neue Ausstellung besucht, sieht in den Museen der Burg Altena zuerst eine Glasvitrine mit einem lebensgroßen, präparierten Wolf. „Damit wird die Entwicklung vom Wildtier, dem Wolf, zum Hund thematisiert. Denn dass der Wolf der alleinige Vorfahr des Haushundes ist, gilt heute als gesichert“, erklärt Dr. Agnes Zelck. Mit weiteren Objekten wie Ahnentafeln oder Trophäen von Hundeausstellungen wird der Bereich Rassenzucht gezeigt. Dass Hunde Statussymbole waren und sind, verdeutlichen unter anderem erlesene Halsbänder.

Bekannte Vierbeiner entdecken

Fotografien von Menschen mit ihren geliebten Vierbeinern geben einen besonderen Einblick in die Bedeutung von Hunden als Freund des Menschen. „Ob für Senioren oder Kinder – die Tiere sind in unserem Alltag wichtige emotionale und persönliche Bezugspartner. Sie geben oftmals Halt, Wärme und werten nicht.“ Die Liebe zum Hund verdeutlicht auch der Bereich „Nur das Beste für meinen Bello“ durch Beispiele wie Hundehotels oder Tagesstätten für Hunde. Hier zeigt auch das zuletzt angekommene Modell der Hundewaschanlage, wie Besitzer ihre Vierbeiner verwöhnen. Im echten Einsatz kann gegen Bezahlung ein Pflegeprogramm ausgewählt und mit der Handwäsche gestartet werden. Ein Angebot, das es zum Beispiel in Hotels, Wohnparks oder Hundepensionen gibt.

Einen großen „Wow-Effekt“ liefert die Auswahl von Figuren berühmter Vierbeiner wie Pluto, Snoopy, der Wackeldackel oder Loriots Möpse Mime und Wutz. „Hier steht bereits eines meiner Lieblingsexponate: Eine von Loriot bemalte Teetasse und ein gewellter Unterteller mit Mopsmotiv. Es ist ein einzigartiges Objekt“, befindet Dr. Agnes Zelck über das besondere Highlight.

Ausstellung multimedial erleben

Wichtig für die neue Ausstellung sind neben den Objekten auch multimediale Angebote wie 14 Videos. Beim Thema „Hunde und Vergnügen“ kann unter anderem Dogdance bewundert werden. Im Falle von „Dogs in Jobs“ im Deutschen Drahtmuseum zeigen Filme zum Beispiel die Arbeit eines Hütehundes, eines Schimmelpilzspürhundes und eines Polizeihundes. „Es lässt sich nur erahnen, wie gut die Sinne der Vierbeiner sind“, sagt Dr. Zelck. Weitere Objekte wie Geschirre, ein spezieller Helm, Schutzbrillen, Gehörschutz oder Trainingsmaterialien verdeutlichen beispielhaft, wie der Alltag eines Hundes bei der Bundeswehr und der Polizei aussehen kann.

Nicht zuletzt setzt sich die Ausstellung mit dem Thema Angst und Abneigung vor Hunden auseinander und thematisiert auch kritische Themen, wie Qualzucht oder Tierversuche.

Berg „Wulfsegge“ als Inspiration

Bereits vor mehr als zwei Jahren kam die Idee auf, Hunden eine Sonderausstellung zu widmen. „Grund war die Allgegenwärtigkeit der Tiere in unserem Alltag. Im Jahr 2022 lebten mehr als 10 Millionen Hunde in deutschen Haushalten. Insbesondere während der Corona-Zeit sind die Zahlen nochmals deutlich angestiegen“, erinnert sich Dr. Zelck. Zusätzlich wurde das Vorhaben durch den Gedanken an den Berg Wulfsegge, auf dem die Burg Altena steht, untermauert. „Er verweist auf Wölfe, die hier in früheren Zeiten gelebt haben dürften. Außerdem gehörten Hunde im Mittelalter zu den Bewohnern einer jeden Burg. Das Thema Hunde passt einfach perfekt zur Burg Altena.“

Hintergrund: Die Ausstellung „Hunde. Treue Gefährten des Menschen“ findet vom 12. November 2023 bis 13. Oktober 2024 in den Museen Burg Altena und dem Deutschen Drahtmuseum statt. Eröffnet wird die neue Sonderausstellung am Sonntag, 12. November 2023, um 11 Uhr, im Wechselausstellungsraum der Museen Burg Altena. Eine Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich und kostenlos. Ab dem 12. November können Besucherinnen und Besucher die Objekte aus dem Fundus der Museen des Märkischen Kreises sowie von zahlreichen öffentlichen und privaten Leihgebern und Spendern aus dem In- und Ausland entdecken. Hinweis: Hunde dürfen zwar nicht mit in die Museumsräume, werden im oberen Burghof aber mit einem Leckerchen und Wasser versorgt.

Bebilderter Katalog zur Sonderausstellung erhältlich

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog mit 304 Seiten und über 200 Abbildungen. Er ist für 13 Euro in den Museen erhältlich und kann beim Verlag (Tel.: 0211 9 15 28 81, E-Mail: kontakt@schwarzbunt-verlag.de) bestellt werden. Führungen durch die Ausstellung können telefonisch unter 02352 966 7034 gebucht werden.

Mehr zur neuen Sonderausstellung und allen Themenbereichen unter www.burg-altena.de/museum/sonderausstellungen/sonderausstellung/.

Eintrittspreise:
Der Eintritt in die Sonderausstellung ist im normalen Eintritt des Kombitickets für die Museen Burg Altena und das Deutsche Drahtmuseum enthalten. Es muss kein Extraticket gekauft werden. Die Eintrittspreise sind: Erwachsene: 6 Euro / Ermäßigt*: 3,50 Euro // Familien (Zwei Erwachsene und maximal vier Kinder): 12 Euro. Mit dem Ticket kann ein Rundgang durch die Sonderausstellung auch auf zwei verschiedene Tage verteilt werden.

  • Ermäßigter Eintritt für: Kinder und Jugendliche von vier bis 17 Jahren, Besucher mit Ehrenamtskarte NRW, Schüler, Studenten, Personen mit Behinderungen mit amtlichem Ausweis. Bei Schulgruppen sind zwei Begleitpersonen frei.

Bildnachweis: Die letzten Arbeiten in dem Ausstellungsraum auf Burg Altena laufen. Hier wird unter anderem die Entwicklung vom Wildtier, dem Wolf, zum Hund thematisiert. Foto: Hannah Heyn / Märkischer Kreis

Der endgültige Abschied

Für die meisten Tierhalter kommt irgendwann der Tag, an dem sie ihr Tier
beim Sterben begleiten, über Leben oder Tod entscheiden müssen, oder
erfahren, dass es gestorben ist. Auf welche Art das Tier auch immer geht
– die Trauer ist da. Aber wie geht man mit ihr um?

„Hier ruhen Bella und Rosa, den 13. Februar 1868.“ Wer am Lotterberg oberhalb von Wolfershausen im hessischen Schwalm-Eder-Kreis wandert, der kann im Haldorfer Amselwald auf einen eindrucksvollen, 150 Jahre alten Grabstein stoßen. Zwei Pferdeköpfe blicken sich auf dem Sandstein an – das Grab zweier Stuten. Die Geschichte hinter dem Gedenkstein zeugt von einer anderen Zeit: Die beiden Pferde, die der Arbeit im Gespann nicht mehr gewachsen waren, sollten auf ihre alten Tage nicht mehr den Besitzer wechseln. Sie wurden erschossen und angeblich an Ort und Stelle begraben.

Heute haben wir Tierfriedhöfe, lassen aus der Asche unserer vierbeinigen Begleiter Di- amanten pressen oder aus ihrem Schweifhaar zur Erinnerung Schmuck machen. Wir haben moderne Medizin, um unsere Tiere sanft einschlafen zu lassen oder bringen sie – immer seltener zum Schlachter. Laut der TiHo Hannover werden etwa 50 Prozent aller verstorbenen Kleintiere auf Privatgrundstü- cken beerdigt – das ist, sofern es die jeweilige Gemeinde nicht verbietet, möglich, wenn das Grab mindestens 50 Zentimeter tief ist und es nicht in einem Wasserschutzgebiet sowie nicht unmittelbar an öffentlichen Wegen liegt. Etwa dreißig Prozent werden über Tierarzt/Klinik der Tierkörperverwertung zu- geführt. Nur ein Prozent wird auf Tierfriedhöfen bestattet, der Rest wird kremiert. Nichts davon sagt etwas darüber aus, wie gut das Tier es zu Lebzeiten und im Sterben hatte – aber wie ein Tier geht, beeinflusst durchaus, wie wir den Verlust erleben. Dass man weiß, wie man nach dem Tod des Tieres Erinnerungen schaffen kann, erleichtert den Abschied für viele Tierbesitzer. Doch auch wenn man nicht gedenkt, sein Tier in ein Krematorium bringen zu lassen, sollte man sich auf den endgültigen Abschied vorbereiten. Das macht es einfacher, in dem Moment, in dem es darauf ankommt, die richtigen Entscheidungen zu treffen, das Tier beim Sterben liebevoll begleiten zu können und auch seinen Tod gut verarbeiten zu können.

Erkenntnisse der Trauer- forschung

Jeder bewältigt Trauer auf seine Weise: Niemand kann im Voraus sagen, wie und wie lange oder auf welche Art er trauern und mit dem Tod des geliebten Begleiters umgehen wird. Bis vor kurzem vertraten die meisten Theorien über Trauer und Verlust die Ansicht, Trauer sei eine Art kontinuierlicher Arbeitsprozess, der lange braucht, bevor er zu einem Abschluss gelangt. Inzwischen gibt es neue Erkenntnisse. Diese legen ein anderes Bild des Trauervorgangs nahe und werden vor allem diejenigen Menschen erleichtern, denen bislang vorgeworfen wurde, sie würden Phasen des Trauerns überspringen, wenn sie schnell über ihren Verlust hinwegkamen. Heute weiß man: Die meisten Menschen haben die Fähigkeit und die entsprechenden Strukturen, um Schmerz und Verlust gut zu verarbeiten. Dies wird Resilienz genannt. Der Begriff bezeichnet in der Psychologie die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie sogar für persönliche Entwicklungen zu nutzen.

Studie zu Euthanasie und Trauer

Unter dem Titel „Tod und Teufel – Vermenschlichung, Trauer um Tiere und Bedeutung für die tierärztliche Praxis“ befasste sich vor ein paar Jahren Marion Schmitt aus der Arbeitsgruppe Ethik im Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover in ihrer Doktorarbeit (www.tinyurl.com/ mryy6dem) mit dem Thema, wie Tierhalter den Tod eines geliebten Tieres erleben und verarbeiten. In einer Umfrage erfasste sie, welche Erfahrungen Menschen mit dem Tod eines Haustieres, dem eventuellen Einschläfern und dem Verlust gemacht haben und erfragte, wie sie mit der Trauer umgingen.

Eines der Ergebnisse war, dass Besitzer oft mit ihrer Trauer überfordert sind – „die Ergebnisse der Halterbefragung bestätigen, dass viele sich nicht über mögliche Ausmaße des Verlusts bewusst, im Umgang damit ratlos und infolgedessen stark belastet sind.“ Allerdings zeigte sich auch, dass eine entscheidende Rolle spielt, wie der Tod des Tieres erlebt wird. „Die Todesumstände beeinflussen die Trauer“, so Schmitt. Insbesondere als traumatisch oder qualvoll empfundene, sowie überraschende Tode verursachten Schuldgefühle und dies habe einen entscheidenden Einfluss auf die Gefühlslage nach dem Tod des Tieres. Ein wichtiger Faktor ist dabei laut Studie die aktive Vorbereitung auf das Sterben. Das deckt sich mit den Erkenntnissen der allgemeinen Trauerforschung und den Erkenntnissen zur Resilienz.

Foto: © Halfpoint – IStock

Die Vorbereitung auf den Tod

Wer sich auf den Moment vorbereitet, hat also meist bessere Chancen, mit dem Verlust und der Trauer umzugehen. Man kann sich einiges im Vorfeld klar machen und sich über den Ablauf der entscheidenden Schritte informieren, um sich selber und damit auch dem Tier das Sterben zu erleichtern. Denn wenn sein menschlicher Begleiter gefasst ist und in dieser Situation ruhig bleiben kann, dann sind auch die Chancen gut, dass das Tier in dieser Energie bleiben und ruhig und in Sicherheit gehen kann.

  • Informieren Sie sich vorab über alles, was Sie möglicherweise nutzen möchten oder müssen, wie Einschläferung, Tierkörperbeseitigung, Kremierung oder Schlachtung. Bei Pferden ist es auch sinnvoll, sich über die rechtlichen Voraussetzungen, die man dazu selbst im Equidenpass lesen kann, zu informieren.
  • Sprechen Sie frühzeitig mit ihrem Tierarzt, wie er die Euthanasie handhabt. Immer mehr Tierärzte sind bereit, geplantes Einschläfern im Zuhause des Tieres durchzuführen.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, dass Sie gerne seine Unterstützung möchten und er sich frei fühlen soll, Ihnen zu sagen, wenn er den Zeitpunkt zum Einschläfern für gekommen hält.
  • Holen Sie sich gegebenenfalls eine zweite Meinung.
  • Auch die Naturheilkunde, vor allem die Homöopathie, bietet diverse Möglichkeiten, Tieren das Sterben zu erleichtern. Auch für sich selber kann man alternativ-medizinische Unterstützung suchen, etwa in Form von Bach-Blüten oder Phytotherapie, vorab oder danach.
  • Wer sich nicht zutraut, sein Tier (allein) in den letzten Stunden zu begleiten, sollte sich rechtzeitig eine geeignete Vertretung oder eine Unterstützung suchen – und sei es nur für die Autofahrt hin und zurück.
  • Wer ein schwer- oder todkrankes Tier hat, kann sich in regelmäßigen Abständen unabhängige Meinungen einholen, um den Blick auf den Gesundheitszustand nicht zu verlieren.

 

Fazit: Wer weiß, was auf ihn zukommt, ist nicht auch noch mit Entscheidungen überfordert, von denen er nicht wusste, dass er sie treffen muss und wird nicht von Ereignissen überrascht, die ihn zusätzlich aus der Bahn werfen

Der richtige Zeitpunkt

Ein Tier erlösen zu können ist eine wunderbare Möglichkeit, Leiden abkürzen zu können. „Trotzdem ist die Euthanasie nicht der unbestrittene Goldstandard eines tiergerechten oder im Trauerkontext förderlichen Tiertodes“, formuliert es auch Schmitt in ihrer Doktorarbeit. Meiner Erfahrung nach wünschen sich die meisten Tierhalter für ihr Tier einen schnellen, schmerzlosen Tod, dem möglichst keine langwierige, schmerzhafte Krankheit vorausgeht.

Dennoch sollte das Tier ein langes Leben gehabt haben, bevor es – möglichst von alleine – sanft entschläft. Wünschen darf man sich das und tatsächlich erleben viele Tierhalter dies so. Es ist immer ein großes Geschenk. Natürlich kann man auch viel dafür tun. Die wichtigste aktive Gesundheitsfürsorge besteht in guter Ernährung bei Normalgewicht und angepasster, altersgerechter Bewegung und Beschäftigung.

Auch hier gilt: Wer sich dies- bezüglich möglichst wenig vorzuwerfen hat, wird nach dem Tod des Tieres nicht von bewussten oder unbewussten Schuldgefühlen geplagt und kann den Tod als Teil des Lebens besser akzeptieren.

Ob man ein Tier erlösen muss, oder ob man es für sich sterben lassen kann, muss man von Fall zu Fall und von Tag zu Tag entscheiden. Eine gute, ver- ständnisvolle Unterstützung durch Tierärzte oder Tierheilpraktiker ist für viele Tierbesitzer dann eine große Hilfe,

Hilfe zur Selbsthilfe

Man kann aber bereits zu Lebzeiten des tierischen Begleiters einiges tun, um den Tod besser zu verkraften. Wenn das Tier älter wird und seine Kräfte nachlassen kann es das Leben und das Zusammensein mit Ihnen dennoch genießen. Das gilt auch für uns Menschen. Oft versteht man sich nun blind, wo früher auch mal diskutiert wurde. Wer immer wieder innehält, um den Moment zu genießen und auch das Schöne an jedem Lebensabschnitt oder sogar in Phasen der Krankheit erspüren kann, der wird zusätzlich zum Verlust nicht auch noch von Schuldgefühlen übermannt.

Tatsächlich deutet viel darauf hin, dass Trauer von anderen negativen Gefühlen überlagert oder verstärkt wird. So wird vielfach vom Umfeld erwartet oder signalisiert, dass die Trauer massiv ist und lange dauert: Andere Tierbesitzer meinen es sicher gut, wenn sie einen vor diesem zu erwartenden Gefühls-Overkill warnen. Dennoch kann es sich dabei auch um eine Art Erwartungshaltung handeln und natürlich kann das Ganze auch in Form einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung ablaufen. Bei der Trauer um Tiere haben viele Menschen allerdings häufig auch ein völlig anderes Problem: Eine massive Trauer um Pferd, Hund oder Katze wird – zumeist von Nicht-Tierhaltern – nicht toleriert. Schmitt formuliert das so: „Diese allgemeinen Prinzipien der Trauer treffen auf den Tod von Menschen und Tieren gleichermaßen zu – eine Wertung ist in diesem Vergleich unangebracht und unnötig.“

Ich habe die Erfahrung gemacht: Je bewusster man im Vorfeld Entscheidungen trifft und die Zeit mit dem Tier erlebt, umso leichter fällt der Abschied. Und das ist etwas, was dem Tier gefallen hätte. Denn ich bin sicher, sie wollen uns nicht traurig sehen.

Ein Artikel von Claudia Götz

Die Diplom-Journalistin ist als Sachbuchautorin und Texterin tätig und arbeitet als ganzheitliche Therapeutin vor allem für Pferde und Hunde.

Neue Webinare von PerNaturam 22/23

Bei PerNaturam gibt es viele neue Webinare – wir stellen sie vor!

Räuchern

Räuchern gehört zu den ältesten Formen der Aromatherapie. Es war eine Tradition unserer Vorfahren, die seit dem Beherrschen des Feuers praktiziert wurde. Erfahren Sie vom praktischen Nutzen des Räucherns, seiner spirituellen Wirkung und von den magischen Ritualen, besonders in der Zeit der Raunächte.
Welche Pflanzen und welche Pflanzenteile können verwendet werden? Wir werden verschiedene Räuchertechniken vorstellen, gemeinsam einige Pflanzen räuchern und ihre Wirkung auf uns und unsere Tiere besprechen.

Wir bitten um Anmeldung bis zum 27. November, da wir Ihnen vor dem Webinar einige Räucherutensilien (Kohle, Räuchersand, Harze und einige Kräuter) zum gemeinsamen Räuchern zusenden.

Dozenten:
Manfred Hessel – Dipl. Ökologe und Phytotherapeut
Nicole Janker – Wildpflanzenexpertin

Preis:
35,- €, begrenzte Teilnehmerzahl
Zu diesem Webinar gibt es ein Handout und eine zeitlich begrenzt abrufbare Aufzeichnung.

Zeit:
10.12.2022, 16.00 – 18.00 Uhr

Aromatherapie

Bei diesem Webinar stehen die Hydrolate (Pflanzenwässer) im Vordergrund. Sie werden auch als sanfte Schwestern der ätherischen Öle bezeichnet. In der Aromatherapie nutzen wir die Wirkungen, die von den Pflanzenwässern und den ätherischen Ölen auf die Tiere und auch auf die Menschen ausgehen.

Den Einsatz von Düften wollen wir nicht nur theoretisch erarbeiten, sondern auch „sinnlich“ erfahren. Deswegen ist im Webinar-Preis unser zwölfteiliges Hydrolate-Test-Set enthalten, welches wir vorab verschicken werden, zusammen mit drei Proben ätherischer Öle. Im Webinar betrachten wir das Erscheinungsbild und die Signatur der Pflanzen, denn dem Wesen der Pflanzen kommt bei dieser Duft-Erfahrung eine besondere Bedeutung zu. Verbringen Sie mit uns einen Abend der Düfte, wir freuen uns darauf.

Dozent:
Manfred Hessel – Dipl. Ökologe und Phytotherapeut

Kursgebühr:
 48.– Euro incl. Test-Set, Aufzeichnung und Unterlagen.
Der Rechnungsversand erfolgt mit der Zusendung der Testsets ca. 7 Tage vor Webinarbeginn.

Zeit:
Mittwoch, 28. Dezember, 16.00-17.30 Uhr
Anmeldung bis 15.12.2022, damit wir das Testset rechtzeitig verschicken können

Graue Schnauzen – der Seniorhund

Auch wenn die Schritte manchmal langsamer werden, so gehen wir doch Seite an Seite, Schritt um Schritt mit unserem besten Freund. Wir zeigen Ihnen in diesem Webinar, wie Sie Ihren Hund beim Älterwerden sinnvoll unterstützen können. Ob es um die Vorbeugung von Erkrankungen geht, eine angepasste Fütterung, pflanzliche Mittel, um den Kreislauf stabil zu halten oder wie Ihr Hund sich im Alter seine Beweglichkeit erhalten kann. Helfer aus der Natur, bei Schmerzen oder Inkontinenz, sind ebenfalls Themen dieses Webinars.

Dozenten:
Manfred Hessel – Dipl. Ökologe und Phytotherapeut
Martina Kamp – Tierheilpraktikerin, Ernährungsberaterin

Preis:
28,- €, begrenzte Teilnehmerzahl
Zu diesem Webinar gibt es ein Handout und eine zeitlich begrenzt abrufbare Aufzeichnung.

Zeit:
25.01.2023, 18.00 – 19.30 Uhr

Darmmikrobiota bei Hund und Katze

Im Darm lebt eine Vielzahl an Bakterien. Neben krankmachenden Bakterien gibt es auch „gute“ Bakterien, die wichtig für das Immunsystem und eine stabile Darmgesundheit sind. In diesem Webinar in Kooperation mit Enterosan sprechen wir über erwünschte und unerwünschte Keime und ihre Bedeutung für den Darm. Wie können wir sie mit der Fütterung beeinflussen und welche Pflanzen und Futterzusätze helfen bei Imbalancen.

Dozenten:
Manfred Hessel – Dipl. Ökologe und Phytotherapeut
Julia Back – Tierheilpraktikerin, Fachleitung Enterosan

Preis:
28,- €, begrenzte Teilnehmerzahl
Zu diesem Webinar gibt es ein Handout und eine zeitlich begrenzt abrufbare Aufzeichnung.

Zeit:
09.02.2023, 19.00 – 20.30 Uhr

Pferde gut anweiden

Die Anweidezeit ist für alle Beteiligten spannend. Die Pferde freuen sich über das erste Grün, die Besitzer freuen sich auf den Sommer und die Darmflora der Pferde hat nach der langen Phase ohne Gras neue Aufgaben zu bewältigen. Wie stelle ich die Darmflora schonend auf die Weidesaison um? Wie beuge ich Kotwasser oder anderen Verdauungsstörungen vor? Kann man dem Pferdekörper helfen Eiweiße besser zu verstoffwechseln? Wir stellen unsere Landschaftsmischungen und weitere Mischungen zur Optimierung der Verdauung vor und nehmen Sie mit auf die spannende Reise in das Mikrobiom von Pferden.

Dozenten:
Manfred Hessel – Dipl. Ökologe und Phytotherapeut
Annika Elsner – Tierheilpraktikerin und Pferdefütterungsmanagerin

Preis:
28,- €, begrenzte Teilnehmerzahl
Zu diesem Webinar gibt es ein Handout und eine zeitlich begrenzt abrufbare Aufzeichnung.

Zeit:
01.03.2023, 18.00 – 19.30 Uhr

Die Grundversorgung der Katzen und wie man Nierenerkrankungen vorbeugt

Was Katzen fressen – bestimmen sie meist selbst! Umso erstaunlicher, da sie doch nur wenige Geschmacksnerven besitzen. Woher kommt die Vorliebe für bestimmte Futtersorten und wie kann ich jede Mahlzeit noch aufwerten? Wir schauen uns grundlegende Faktoren der Fütterung zur Gesunderhaltung unserer ursprünglich aus Afrika stammenden Hauskatze an. Nierenversagen ist die Todesursache Nr. 1 bei Katzen – wie können wir dem entgegenwirken? Pflanzliche Mittel und Tipps & Tricks aus der Praxis erwarten Sie in diesem Webinar.

Dozenten:
Manfred Hessel – Dipl. Ökologe und Phytotherapeut
Martina Kamp – Tierheilpraktikerin

Preis:
28,- €, begrenzte Teilnehmerzahl
Zu diesem Webinar gibt es ein Handout und eine zeitlich begrenzt abrufbare Aufzeichnung.

Zeit:
29.03.2023, 18.00 – 19.30 Uhr

Kräutermischungen für Pferde – für jede Jahreszeit die richtige

Seit Jahrtausenden sind sie Kräuter in ihrer Ernährung gewohnt, sie haben sie gesund erhalten. Kräuter haben mannigfaltige Inhaltsstoffe, die unseren Pferden zu Gute kommen. Darum sollten Pferde auch heute täglich Kräuter zum Futter dazu bekommen. Denn unsere heutigen Wiesen und Weiden gleichen Monokulturen, sie bieten keine Abwechslung mehr.
Aber welches Kraut zu welcher Zeit? Wir geben Tipps, wie man Pferde saisonal optimal füttert und begleiten durchs Jahr vom Anweiden bis zum Ausleiten.

Dozenten:
Manfred Hessel – Dipl. Ökologe und Phytotherapeut
Annika Elsner – Tierheilpraktikerin und Pferdefütterungsmanagerin

Preis:
28,- €, begrenzte Teilnehmerzahl
Zu diesem Webinar gibt es ein Handout und eine zeitlich begrenzt abrufbare Aufzeichnung.

Zeit:
27.09.2023, 18.00 – 19.30 Uhr

Vom Welpen zum erwachsenen Hund

In diesem Webinar begleiten wir Sie auf der spannenden Reise vom noch gesäugten Winzling bis zum ausgewachsenen Hund. Ab wann bildet der Welpe Magensäure, schadet oder hilft eine zusätzliche Fütterung von Calcium und welche Komponenten sind unerlässlich für die Entwicklung eines gesunden Skeletts und Bewegungsapparates? Gerade in dieser sensiblen Zeit werden die Bausteine für ein langes und gesundes Leben gelegt. Wir besprechen neben den Komponenten der Grundversorgung auch pflanzliche Helfer zur Prophylaxe von Erkrankungen wie beispielsweise Giardien.

Dozenten:
Manfred Hessel – Dipl. Ökologe und Phytotherapeut
Martina Kamp – Tierheilpraktikerin, Ernährungsberaterin

Preis:
28,- €, begrenzte Teilnehmerzahl
Zu diesem Webinar gibt es ein Handout und eine zeitlich begrenzt abrufbare Aufzeichnung.

Zeit:
18.10.2023, 18.00 – 19.30 Uhr

Durchfall bei Hund und Katze

Durchfall bei Hund und Katze

Ungeformter Kot und Durchfall können vielerlei Ursachen haben. Da sich die Behandlung maßgeblich nach der Ursache richtet, ist es wichtig konkrete Ursachenforschung zu betreiben, um zielgerichtet behandeln zu können. Eine ausgewogene Ernährung ergänzt mit präbiotischen Stoffen hilft, überschüssige Flüssigkeiten im Darm zu binden und den Kot zu festigen.  Erst dann ist der Organismus wieder in der Lage, Nährstoffe aufzunehmen und mit Hilfe von gezielt eingesetzten Probiotika eine gesunde Darmflora aufzubauen.

Dozenten:
Manfred Hessel – Dipl. Ökologe und Phytotherapeut
Julia Back – Tierheilpraktikerin, Fachleitung Enterosan

Preis:
28,- €, begrenzte Teilnehmerzahl
Zu diesem Webinar gibt es ein Handout und eine zeitlich begrenzt abrufbare Aufzeichnung.

Zeit:
09.11.2023, 19.00 – 20.30 Uhr

Tierische Botschafter besuchen das Klimahaus Bremerhaven – Huskys erkunden Reisestationen entlang des achten Längengrads

Bremerhaven, Juli 2022. Das Klimahaus Bremerhaven hatte Huskys vom Huskyhof Ridderade in der Ausstellung „Reise“ zu Besuch. In Zusammenarbeit mit der Fotografin der dpa (Deutsche Presse‐Agentur), Sina Schuldt, entstandenen viele ausdrucksstarke Bilder die zeigen sollen, wie viel Spaß so eine Abkühlung in der Reisestation Antarktis machen kann, vor allem an heißen Tagen. Schlittenhundeführer Norbert Kranz hatte diesen Termin möglich gemacht.

 

Die Vierbeiner besuchten das Klimahaus während der Hundstage (23. Juli bis 23. August), den heißesten Tagendes Jahres. Sie sorgten dabei für viel Unterhaltung in der Eislandschaft der Antarktis. „Musher“ (Schlittenhundeführer)Norbert Kranz hatte das Klimahaus‐Team schon im Vorfeld darauf vorbereitet, dass es für die Tiere kein Halt gäbe, wenn sie den in der Antarktis befestigten Schlitten sehen würden. Sind diese doch darauf trainiert, Menschen durch Schneelandschaften u. a. in Schweden zu transportieren. Fröhlich jaulend tobten sie über die Ausstellungsfläche und hinterließen durch Scharren im Boden diverse Kratzspuren als Erinnerungen. Wer kann es ihnen verübeln, wenn man doch bei den draußen herrschenden Temperaturen eher wenig in den Genuss von bitterkalten Eislandschaften kommt.

 

Da die vorherrschenden Hitzewellen lediglich ein Vorgeschmack auf die kommenden weiterhin steigenden Temperaturen sein könnten, war dies ein Anlass auch einige Kontrastbilder in der Steinwüste im Niger aufzunehmen. „Bereits jetzt lässt sich an dem Verhalten der Tiere erkennen, dass die durch den Klimawandel verursachten Temperaturschwankungen und Hitzewellen Auswirkungen auf die Hunde haben.“, so Kranz. „Sollten wir es nicht schaffen, dem Klimawandel weiterhin entgegen zu wirken, sieht es auch schlecht für Huskys und andere Lebewesen aus, deren natürlicher Lebensraum sich über Eislandschaften erstreckt. “Die gegenübergestellten Fotomotive aus der Antarktis und dem Niger zeigen, dass unsere tierischen Botschafterlieber in Schnee und Eis toben, anstatt in trockenem Wüstenboden zu scharren.

 

Mit dem Rückgang eisiger Regionen beschäftigt sich auch die neue Sonderausstellung „Das letzte Eis – Zwei Welten im Wandel“ im Klimahaus Bremerhaven. Hierfür wurden erneut zwei unserer Reisestationen entlang des achten Längengrads besucht. Dieses Mal stehen Orte in der Schweiz und in Alaska im Fokus. Im Rahmender Ausstellung wird auf vergleichbare Naturgegebenheiten und ähnliche Lebensbedingungen zwischen den Menschen vor Ort aufmerksam gemacht. Ein besonderer Schwerpunkt der Sonderausstellung liegt zusätzlich auf den Folgen, die das Verschwinden des Eises in verschiedenen Kulturen mit sich bringt.

Helicobacter - Ute Friederike Schernau

Helicobacter – Bakterien mit raffinierter Überlebensstrategie

In meiner, auf das Verdauungssystem spezialisierten Tierheilpraxis habe ich immer wieder Hunde-, aber auch Katzenpatienten, bei denen die Diagnose „Magenschleimhautentzündung“ lautet. Beim Menschen, wird diese Erkrankung neben Magengeschwüren in hohem Maße mit dem Bakterium Helicobacter in Verbindung gebracht. Doch kann dieses auch bei Hund und Katze, die Ursache einer Magenschleimhautentzündung sein? Und wie sieht es damit eigentlich beim Pferd aus? Können sich Mensch und Tier gegenseitig mit dem Bakterium anstecken? Zur Klärung dieser Fragen habe ich mich auf die Suche nach Antworten begeben.

Verschiedene Helicobacter-Arten

Einige Helicobacter-Arten besiedeln bei Mensch und/oder Tier die Magenschleimhaut, andere wiederum den Darm oder sogar die Leber. Bislang sind über 60 von ihnen bekannt. Einige, sind auch beim Tier zu finden. Sie werden zum Beispiel mit Entzündungen des Magen-Darm-Trakts, aber auch mit Lebererkrankungen in Verbindung gebracht. Welche Helicobacter-Arten beim Tier vorkommen und in welchem Organ sie zu finden sind, sehen Sie hier:

  • Katze: Helicobacter (H.) pylori (Magen), H. heilmannii (Magen), H. felis (Magen)
  • Hund: H. heilmannii (Magen), H. felis (Magen), H. canis (Darm, Leber), H. bizzozeroni (Magen), H. rappini (Magen, Darm), H. bilis (Magen, Darm, Leber)

Interessanterweise, wird in der Fachliteratur keine einzige Helicobacter-Art mit dem Pferd in Verbindung gebracht. In einem englischsprachigen Fachbuch heißt es dazu: „Helicobacter pylori is a causative agent of gastric ulcers in humans but there is no conclusive evidence of this in the horse.“ Und das, obwohl viele Pferde nicht nur an einer Magenschleimhautentzündung, sondern obendrein an Magengeschwüren leiden – dies sind schätzungsweise 60 Prozent aller Sport- und 90 Prozent aller Rennpferde.

Also, schauen wir uns zunächst einige, der bei Hund und Katze vorkommenden Helicobacter-Arten genauer an:

Helicobacter pylori

Dieses urease-positive, gebogene bzw. spiralförmige Bakterium ist mit Geißeln besetzt – dies fördert seine Beweglichkeit. Sein sehr aktives Enzym Urease sorgt dafür, dass vorhandener Harnstoff in Ammoniak und Kohlendioxid gespalten wird. Einerseits zeigt dies an, das H. pylori anwesend ist – hierfür könnte übrigens theoretisch auch bei Hund und Katze, der in der Humanmedizin bekannte „C-Harnstoff-Atemtest“ genutzt werden. Andererseits wird durch diese Aktivität die Magensäure in der unmittelbaren Umgebung des Bakteriums neutralisiert. Deshalb kann H. pylori auf seinem Weg zur schützenden, weniger sauren Schleimschicht überleben. Aufgrund seiner speziellen Form und mithilfe der Geißeln, verlässt es außerdem schnell das saure Milieu des Magens und durchdringt die zuvor beschriebene Schleimschicht.

Zusätzlich nutzt H. pylori bestimmte Enzyme, die sogenannten Proteasen, damit es zum Beispiel leichter durch die Schleimschicht des Magens gelangen und sich an seiner Schleimhaut anheften kann. Damit es darüber hinaus nicht von Phagozyten – dies sind spezialisierte Zellen des Immunsystems – erkannt und „aufgefressen“ wird, schützt es sich, indem es die Enzyme Katalase und Oxidase bildet. Hat das Bakterium erst einmal die Zelloberfläche mithilfe der beschriebenen Mechanismen erreicht, dann findet es dort optimale Wachstumsbedingungen und kann die Epithelzellen des Magens schädigen.

Protease (Synonyme: Proteinase, Peptidase, proteolytisches Enzym): Dieses Enzym kann unter anderem Proteine spalten.

Katalase: Es handelt sich dabei um ein Enzym, das Wasserstoffperoxid in Wasser und Sauerstoff spaltet.

Oxidase: Damit ist ganz grob gesagt ein Sauerstoff übertragendes Enzym gemeint.

Epithel: Es handelt sich um die oberste Zellschicht des Haut- bzw. Schleimhautgewebes.

Zoonosen: Gemeint sind Infektionskrankheiten, die gleichermaßen bei Mensch und Tier vorkommen und zwischen ihnen übertragen werden können.

Helicobacter felis und Helicobacter heilmannii

Beide Bakterienarten (zusammengefasst als GHLO; Erläuterung siehe dazu unter „H. bizzozeroni“) sind schraubenartig gewunden und besitzen ebenfalls Geißeln. Wie schon H. pylori, sind auch sie urease-positiv. Außerdem produzieren sie zum Schutz gegen Phagozyten unter anderem Katalase und Oxidase. Während jedoch H. felis das Epithel des Magens teils schwer schädig, konnte dies für H. heilmannii bislang nicht nachgewiesen werden.

Helicobacter canis und Helicobacter bilis

Das Besondere dieser beiden Erreger ist, dass ihnen die aggressiven Gallensäuren nichts anhaben und sie deshalb die Leber eines Hundes besiedeln können.

Helicobacter bizzozeroni

Auch diese Helicobacter-Art ist urease-positiv und produziert zum Selbstschutz Katalase sowie Oxidase. Außerdem tauchen damit verbunden immer wieder Begriffe wie helicobacter-like-organisms (HLO), helicobacter-pylori-like-organisms (HPLO), gastric-helicobacter-like-organisms (GHLO) oder auch gastrospirillum-like-organisms (GLO) auf. Dahinter verbergen sich bislang noch nicht vollständig identifizierte Helicobacter-Arten, die aber unter dem Lichtmikroskop durchaus erfasst werden können

Krankhafte Veränderungen

Im Gegensatz zum Menschen ist beim Tier noch nicht vollständig geklärt, welche krankhaften Veränderungen die unterschiedlichen Helicobacter-Arten hervorrufen. Jedoch scheinen die Erreger auch bei Hund und Katze unter anderem mit einer Gastritis, Durchfall, Erbrechen und Appetitlosigkeit in Verbindung zu stehen. Eine Infektion mit Helicobacter führt jedoch nicht zwingend zu einer Erkrankung bzw. zum Auftreten, der zuvor beschriebenen Symptome. Vermutlich beeinflussen die Stärke der Infektion sowie die individuelle Wirtsantwort, aber auch Umweltfaktoren das klinische Bild.

Übertragungswege

Helicobacter kann beim Tier oral-oral, gastrisch-oral sowie unter Umständen auch fäkal-oral weitergegeben werden. Im ersten Fall wird der Erreger mithilfe des Speichels durch gegenseitiges Belecken übertragen. Im zweiten Fall trägt der Kontakt mit Erbrochenem dazu bei, dass ein infiziertes Tier ein bisher nicht-infiziertes Individuum ansteckt. Dies wurde jedoch bislang nur bei Hunden nachgewiesen. Im dritten Fall wird Helicobacter durch infizierten Kot übertragen – dies kann unter anderem durch das Belecken der Analregion geschehen. Zudem stehen Fliegen in Verdacht. Bei ihnen wurde beispielsweise H. pylori sowohl auf der Körperoberfläche, als auch im Darmtrakt nachgewiesen.

Zoonoserisiko

Es wird vermutet, dass vor allem H. pylori, aber auch H. felis und H. heilmannii Zoonoseerreger sind, die vom Tier auf den Menschen und umgekehrt übertragen werden können. Dies unterstützt der teils enge Kontakt zwischen Mensch und Hund bzw. Mensch und Katze.

Diagnostik

Wie beim Menschen, können auch bei Hund und Katze sogenannte invasive und nicht-invasive Diagnosemethoden zum Nachweis von Helicobacter genutzt werden.

Invasive Methoden

Hierzu gehört zum Beispiel die Magenspiegelung. Diese Untersuchungsmethode eignet sich unter anderem zum Betrachten der Magenschleimhaut sowie zur Entnahme von Gewebe. Die dabei gewonnenen Proben werden mittels verschiedener Tests untersucht. Hierzu gehören beispielsweise der Urease-Schnelltest, die sogenannte Histopathologie, bei der die spirillenförmigen Bakterien in einer angefärbten Gewebeprobe erkannt werden oder auch der sogenannte PCR-Test (Polymerase Chain Reaction) mit dessen Hilfe ein Erreger anhand seines Erbmaterials identifiziert wird.

Die Spiegelung des Magens sowie gegebenenfalls zusätzlich des Dünndarms sorgt beim betroffenen Tier, aber auch bei Ihnen als Tierhalter in der Regel für sehr viel Stress. Manch einer von Ihnen schreckt deshalb vor dieser Untersuchung zurück. Sollten Sie dennoch einmal den Befund einer endoskopischen Untersuchung des Magens und eventuell auch des Dünndarms in Händen halten, dann achten Sie bitte auf die Begriffe „Spirillen“ oder auch „helicobacterartige Gastrospirillen“, denn Helicobacter gehört zur Familie der Spirillaceae.

Nicht-invasive Methoden

Um Helicobacter auf die Spur zu kommen, kann Erbrochenes mittels der Helicobacter PCR untersucht werden. Eine solche Probe kann man leicht gewinnen, außerdem sind dafür keine Manipulationen bei Hund oder Katze erforderlich. Diese Methode gibt zuverlässig Aufschluss darüber, ob Helicobacter im Magen des Tieres sein Unwesen treibt. Allerdings ist zum Beispiel beim Veterinärlabor VetScreen, das viele Tierheilpraktiker nutzen, aktuell keine Differenzierung der Helicobacter-Arten möglich. Dies ist jedoch geplant.

Darüber hinaus bieten einige Veterinärlabore nach wie vor an, die Helicobacter PCR im Kot eines Tieres zu ermitteln. Allerdings eignet sich ein positives Ergebnis nicht dazu, um auf eine Magenbeteiligung von Helicobacter zu schließen, denn die PCR weist auch im Darm lebende Helicobacter aus.

Therapie

Bei einer schulmedizinischen Behandlung wird üblicherweise eine Kombinationstherapie gewählt, um Helicobacter zum Verschwinden zu bringen. Diese besteht aus einem sogenannten Protonenpumpenhemmer (etwa Omeprazol) sowie mehreren Antibiotika (beispielsweise Amoxicillin oder Metronidazol).

 

Bei einer längerfristigen Therapie entziehen jedoch diese Arzneimittel dem betroffenen Tier wichtige Mikronährstoffe. Protonenpumpenhemmer, wie etwa Omeprazol wirken sich beispielsweise negativ auf knochenwirksame Mikronährstoffe aus: etwa Vitamin D, Vitamin B12, Folsäure, Calcium, Magnesium, Eisen und Zink. Antibiotika räubern außerdem zum Beispiel Magnesium, zudem schädigen sie die Darmflora, also die nützlichen Bakterien im Darm.

 

Darüber hinaus erhöht die Einnahme von Protonenpumpenhemmern zumindest beim Menschen das Allergierisiko – dies fand eine Studie vor einiger Zeit heraus. Außerdem wird unter anderem dem Antibiotikum Metronidazol nachgesagt, dass das es sowohl eine exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI), als auch eine Pankreatitis begünstigen kann. Doch auch die Naturheilkunde kann die Behandlung von Helicobacter unterstützen – vor allem sanft und ganz ohne Nebenwirkungen.

Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI): Diese Erkrankung beschreibt eine Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse. Wichtige Verdauungsenzyme bzw. ihre Vorstufen werden in diesem Fall nicht ausreichend vom sogenannten exokrinen Pankreas produziert.

Pankreatitis: Hierbei handelt es sich um eine akute oder chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Diese Erkrankung tritt vielfach bei Hunden auf, sie kann aber auch bei Katzen vorkommen.

Anmerkung der Autorin: Dies ist nur zu Ihrer Information und nicht als Anleitung zur Selbstdiagnose oder -therapie bestimmt. Sprechen Sie im konkreten Fall bitte Ihren Tierarzt oder einen Tierheilpraktiker in Ihrer Nähe an. Letztere finden Sie zum Beispiel unter: https://www.thp-verband.de/index.php/therapeuten/therapeutenliste oder https://kooperation-thp.de/Therapeuten.

Sabine Nawotka
Dipl.-Ök. und Tierheilpraktikerin
info@deine-tierheilpraxis.de
www.deine-tierheilpraxis.de

Sabine Nawotka ist Diplom-Ökonomin mit Schwerpunkt Marketing und Social-Media-Managerin IHK. Sie lebt und arbeitet seit 1997 in Münster. Die Ausbildung zur Tierheilpraktikerin war ihr so wichtig, dass ich währenddessen sogar ein attraktives Jobangebot in London abgelehnt hat.

Seit 2002 arbeitet sie als verbandsüberprüfte Tierheilpraktikerin mobil in und um Münster. Ihre Spezialgebiete sind das Verdauungssystem (Magen, Darm(flora), Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse) sowie die Fütterung von Hund und Katze (beispielsweise handelsübliches Futter und BARF).

Außerdem, ist sie seit Juni 2019 (fast) jeden Monat live als Expertin „Tiergesundheit“ beim Homeshopping-Sender CHANNEL21 im Format „Vier Pfoten“ zu sehen.

Titelfoto: Ute Friederike Schernau, https://ute-friederike-schernau.de/

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Effektive Mikroorganismen für das Tierwohl

Effektive Mikroorganismen sind eine wahre Wunderwaffe. Auf rein ökologischer Basis entfalten sie ihre Wirkung in unterschiedlichen Einsatzbereichen. Warum das so ist und was sie zur Gesundheit ihrer Haustiere beitragen können erfahren Sie hier:

Mikroorganismen kommen in der Natur in unterschiedlicher Ausprägung vor, u.a. tragen sie auf natürliche Weise zum allgemeinen Wohlbefinden bei und helfen natürliche Prozesse wieder in Gang zu bringen. Die sog. Effektiven Mikroorganismen (EM) unterdrücken die Ausbreitung und Vermehrung negativer Mikroorganismen. Sie unterstützen gleichzeitig alle natürlich vorkommenden Mikroorganismen-Arten in ihrer Verbreitung und Aktivität. Durch EM werden wieder unterstützende biologische Prozesse möglich und gestörte Kreisläufe lassen sich schließen – auch im Bereich Tierwohl. Die Prozesse regulieren sich aus eigener Kraft und ohne zusätzlichen äußeren (z. B. chemischen oder synthetischen) Einfluss.

Die Wirkweise effektiver Mikroorganismen

Ihre Wirkweise ist  leicht erklärt: Effektive Mikroorganismen tragen dazu bei, die Vermehrung und Ausbreitung unerwünschter Mikroorganismen zu unterdrücken, sie schließlich weitgehend zu verdrängen und gleichzeitig die Aktivität und Ausbreitung der vorhandenen nützlichen Mikroorganismen zu unterstützen. Dieser grundsätzliche Wirkmechanismus wird auch „Dominanzprinzip“ genannt, er beruht auf der gezielten Förderung positiver Mikroorganismen, die im Anwendungsbereich schließlich zahlen- und wirkungsmäßig die Dominanz erlangen.

Mikroorganismen finden sich überall auf der Welt auch auf und auch in allen Lebewesen. Im Zusammenhang mit EM und Mikroorganismen spricht man hier häufig von „Milieus“ – dem Lebensumfeld der Effektiven Mikroorganismen.

EM-Wirkung auf mikrobieller Ebene

Entdeckt wurden Effektive Mikroorganismen in Japan von Dr. Teruo Higa. Dr. Higa hat sich mit der Wirkweise von EM beschäftigt und eine Erklärung für ihre Wirkung formuliert. Ihm zufolge gibt es nur wenige Stämme von Mikroorganismen, die darüber bestimmen, ob in einem Milieu (z. B. Haut, Darm) überwiegend positive Vorgänge (charakteristisch sind Erholung, Aufbau, Regeneration) oder negative Vorgänge (charakteristisch sind Krankheit, Oxidation, Fäulnisprozesse, Degeneration) stattfinden. Die überwiegende Mehrheit der Mikroorganismen verhält sich opportunistisch, d.h. sie unterstützen immer diejenige Gruppe, die aktuell in der Überzahl ist.

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Drei Gruppen von Mikroorganismen

Unabhängig vom Milieu teilt Higa die Gemeinschaft aller Mikroorganismen in drei Gruppen ein, um die biologische Wirkung der EM zu verdeutlichen. Er unterscheidet:

  1. aufbauende Mikroorganismen (zu denen auch die EM-Mikroorgansimen gehören),
  2. krankheits- und fäulniserregende Mikroorganismen und
  3. neutrale, opportunistische Mikroorganismen (auch „Mitläufer“ genannt), die sich je nach Milieu positiv oder negativ verhalten können.

Alle drei Mikroorganismen-Gruppen befinden sich in einem Milieu und bestimmen über dessen Zustand und die wesentlichen Vorgänge. Diese von den Mikroorganismen gesteuerten Vorgänge erzeugen die charakteristischen Merkmale des Milieus.

Drei Milieus der Mikroorganismen

Negatives Milieu

In einem negativen Milieu sind die krankheits- und fäulniserregenden Bakterien im Vergleich zu den aufbauenden Mikroorganismen in der Überzahl. Sie haben die große Gruppe der Mitläufer zusätzlich auf ihre Seite gezogen und werden von ihnen unterstützt. Charakteristisch sind Krankheit bzw. Anfälligkeit für Krankheiten und Schwäche, Fäulnis und Gestank oder unangenehme Gerüche.

Positives Milieu

Im positiven Milieu haben sich die aufbauenden Mikroorganismen gegenüber den abbauenden Mikroorganismen durchgesetzt. Die Mitläufer helfen den „guten Bakterien“.
Durch EM können positive Milieus erzeugt werden, denn EM stärken die Gruppe der natürlich vorkommenden positiven Mikroorganismen, sodass aus einem negativen Milieu ein Positives werden kann. Das geht je nach Art und Ausgangszustand des Milieus schneller oder langsamer und bedarf einer regelmäßigen Anwendung des entsprechenden EM-Produktes. Charakteristisch sind Wachstum, Gesundheit und Wohlbefinden.

Neutrales Milieu

In einem neutralen Milieu kommen die positiven und auch die negativen Mikroorganismen in einem ausgewogenen Verhältnis vor. Keine Gruppe dominiert und kann die Mitläufer beeinflussen. In der Natur kommt dieser Zustand fast nie oder nur kurzzeitig vor, wenn sich ein Milieu zum Positiven oder Negativen verändert.

Verschiedene Arten von Mikroorganismen

Photosynthesebakterien:  Die sog. „Super-Bakterien“ in EM sind sehr anpassungsfähig. Sie können sich auf sehr extreme Bedingungen einstellen, sich selbst erhalten und nützliche Substanzen aufbauen, wie sehr wirkungsvolle Enzyme aus organischem Material.  Zudem können sie schädliche Gase oder feste Schadstoffe in ihre unschädlichen Einheiten zerlegen. Sie unterstützen andere Mikroorganismen mit ihren Stoffwechselprodukten, brauchen aber auch deren Stoffwechselprodukte zum eigenen Schutz vor Fäulnisbakterien.

Milchsäurebakterien produzieren Milchsäure, die schädliche Fäulnisbakterien oder auch Schimmelpilze unterdrückt. Als Nahrung nutzen sie Zucker und andere Kohlenhydrate aus organischem Material oder Kohlenhydrate, die von Photosynthesebakterien und Hefen hergestellt werden. Milchsäurebakterien fördern eine schnelle Zersetzung organischen Materials.

Fermentaktive Pilze sind in der Lage, Schwermetalle aufzunehmen und daran beteiligt, organisches Material abzubauen, damit diese Bestandteile wiederum als Nahrung für andere Mikroorganismen dienen können.

Hefen produzieren unter anderem Enzyme, die das Wachstum anregen. Sie sorgen mit ihren weiteren Stoffwechselprodukten ebenfalls für die Nahrung anderer EM-Mikroorganismen und dafür, dass sich schlechte Mikroorganismen nicht ausbreiten. Auf die EM-Mischung wirken sie stabilisierend.

Herstellung von EM-Produkten

Alle EM-Produkte durchlaufen einen Fermentierungsprozess, der je nach Produkt unterschiedlich sein kann. Der wesentliche Unterschied besteht in der Zugabe von Kräutern oder ergänzender natürlicher Substanzen, die die Wirkung der Mikroorganismen unterstützen.

Für die Herstellung der Tiernahrungsergänzungsprodukte werden im Hause EMIKO wertvolle Kräuter eingesetzt, die in einem besonderen Verfahren fermentiert werden. Das Kräuterferment wird mithilfe der EM-Technologie aus 100% natürlichen und biologischen Zutaten hergestellt. Im Laufe des Fermentationsprozesses entstehen nützliche Stoffwechselprodukte, die dem Tierwohl zugutekommen.

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verschiedene EM-Produkte von EMIKO. (C) Foto: EMIKO

Effektive Mikroorganismen für das Tierwohl

Auch oder gerade im Bereich der Tiergesundheit spielen EM eine immer größere Rolle. Sie unterstützen Hunde und Katzen dabei, ihre natürlichen Regulations-mechanismen zu stärken. Mit EM-basierten Nahrungsergänzungsmitteln lässt sich die tägliche Versorgung der Tiere aufwerten und durch die Zugabe zum täglichen Futter wird das Wohlbefinden des Tieres gesteigert.

Diese Wirkung ist auf die positiven Eigenschaften der EM-Technologie zurückzuführen. Durch die Fermentation entstehen wichtige Stoffwechselprodukte, die das Tier täglich unterstützen und so das Wohlbefinden verbessern. EM-Futtermittel sorgen bei den Tieren für eine Entlastung im Körper. Die Tiere sparen Energie ein, die an anderer Stelle im Stoffwechsel wieder „investiert“ werden kann. So können die Tiere ihre eigenen Regulationsmechanismen durch EM optimal nutzen und das Wohlbefinden steigern.

Selbst wenn hochwertige Rohstoffe gefüttert oder verarbeitet werden, gehen in diesen Rohstoffen natürliche Strukturen, Mikroorganismen, Enzyme oder Vitamine durch verschiedene Verarbeitungsverfahren wie z.B. Einfrieren oder Kochen verloren.

Durch die kontinuierliche Fütterung mit EM werden die Tiere entspannter und resistenter gegenüber Stresssituationen. Sie machen einen vitaleren Gesamteindruck, können sämtliche Futtermittel besser verdauen. Das Fell glänzt und die Krallen sind robuster. Insgesamt haben die Tiere mehr Energie

Flüssig oder fest - beides ist möglich

Nahrungsergänzungsmittel können in flüssiger Form dem täglichen Futter beigemischt werden. Durch die Fütterung wird die Verdaulichkeit der anderen Futtermittel verbessert und die Fresslust gesteigert. Das Futtermittel wird von vielen Tierarten akzeptiert und steigert das Wohlbefinden.

Nahrungsergänzungsmittel als Nassfutter EMIKO setzt hier auf eine fermentierte Kleie-Kräuter-Mischung – hat eine feuchte schrotartige Konsistenz.  Es wird täglich gefüttert und sorgt dafür, dass sich das Fell glänzender, Krallen robuster und der Gesamteindruck vom Tier verbessert.

In Nass- und Rohfutter wird es untergerührt. Trockenfutter muss ggf. etwas befeuchtet werden, damit die Mischung daran haftet. Das Kleie-Kräuter-Ferment eignet sich zur täglichen Gabe zur festen Futterration. Alternativ kann es auch pur angeboten werden.

Die Fütterung erfolgt mindestens über vier Wochen, damit sich die gewünschten Effekte für das Tier einstellen können. Eine dauerhafte Fütterung ist auch bei empfindlichen Tieren problemlos möglich, sie verursachen keinen Gewöhnungseffekt beim Tier.

Und natürlich lassen sich EMIKO Futtermittel auch als Kur für jeweils vier Wochen gefüttert werden, wobei dafür fast ausschließlich das flüssige Futtermittel genommen wird. Bewährt haben sich Kuren in Zeiten des Fellwechsels, bei Futterwechsel, nach Wurmkuren oder während und nach Krankheiten mit Medikamentengabe.

Fellpflege bei Hautproblemen

Da die EM-basierten Tierpflegeprodukte der EMIKO Ringelblumenextrakt verwenden, sind sie besonders für die Behandlung problematische Haut bei Hunden und Katzen geeignet. Sie unterstützen den natürlichen Säureschutzmantel der Haut, der aus einer Fülle von Mikroorganismen besteht. Die Ringelblume wird in der Volksmedizin besonders für ihre hautpflegenden und regenerierenden Eigenschaften geschätzt.

Für offene Hautstellen bieten sich EM-basierte Produkte an, die die sehr gut auf der Haut haften. Die Inhaltsstoffe sind so zusammengestellt, dass sie sowohl für Hunde, Katze als bei anderen Tieren verwendet werden können.

Achtung: Bei Hautproblemen jeglicher Form gilt, die Haut nie isoliert betrachten! Auch als „Spiegel des Darms“ bezeichnet, steht die Haut in enger Verbindung zum inneren des Körpers, dem Stoffwechsel und der Fütterung.

Fazit

Mikroorganismen sind in jedem Körper vorhanden, die Zugabe Effektiver Mikroorgansimen sorgt dafür, dass sich das natürliche Gleichgewicht im Organismus wieder einstellt. Deshalb sind ihrer Verwendung kaum Grenzen gesetzt.

Beitragsbild: C pixabay

Flucht mit Haustier

Ukrainische Geflüchtete mit Tier – was zu tun ist und wie man helfen kann

Weil in deutschen Flüchtlingsunterkünften die Mitnahme von Tieren meist nicht erlaubt ist, sind Geflüchtete mit Haustier vielfach auf private Unterkünfte angewiesen. Der Deutsche Tierschutzbund weist darauf hin, wie wichtig es ist, dass Menschen und Tiere nicht getrennt werden, gibt Tipps, wie man helfen kann und erklärt, welche Maßnahmen rund ums Tier getroffen werden sollten.

„Für die geflüchteten Menschen, die alles zurücklassen mussten, sind ihre Tiere eine wichtige Stütze. Wenn immer möglich, sollte eine Trennung vermieden werden. Private Unterkünfte, in denen Tiere willkommen sind, sind daher ein wahrer Segen“, sagt Luca Secker, Fachreferentin für Heimtiere vom Deutschen Tierschutzbund. Aufgrund der Sprachbarriere sei es wichtig, Ukrainer mit Tier zu unterstützen, wenn es um die Kontaktaufnahme mit dem Veterinäramt, nötige Behandlungen beim Tierarzt oder die Registrierung des Tieres in einem Haustierregister geht.

Tollwut-Check, Kennzeichnung und Registrierung

Die Einreise nach Deutschland ist für Hunde und Katzen von ukrainischen Geflüchteten derzeit auch ohne die sonst notwendige Tollwut-Impfung und andere Dokumente möglich. Nach der Ankunft sind die Geflüchteten aber aufgefordert, sich beim Veterinäramt zu melden und die mitgereisten Tiere anzumelden. Der Deutsche Tierschutzbund hatte dafür geworben, die Aufnahme von Flüchtlingen und ihren Tieren so einfach und unbürokratisch wie möglich zu gestalten. Sowohl die Bundesinnenministerin Nancy Faeser1 als auch die Bundesländer2 haben sich mittlerweile dafür ausgesprochen, Menschen und Tiere nicht zu trennen, wenn bereits eine Unterkunft gefunden ist. Möglich ist diese pragmatische Handhabung, weil das Tollwutrisiko verschwindend gering ist: Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts3 liegt die Wahrscheinlichkeit bei etwa 1:300.000. In der Regel wird das zuständige Veterinäramt als Maßnahmen eine klinische Untersuchung, eine Impfung gegen Tollwut sowie – falls noch nicht vorhanden – die Kennzeichnung des Tieres via Mikrochip anordnen. Die Tierhalter sollten ihr Tier mit der Chipnummer anschließend bei FINDEFIX, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes, registrieren. Die kostenfreie Registrierung hilft, den tierischen Liebling schnell wiederzufinden, sollte das Tier in der neuen, ungewohnten Umgebung entlaufen. Für Ukrainer mit Tieren bietet FINDEFIX rund um die Uhr einen vereinfachten Service4 an.

Aufnahme von Mensch und Tier darf nicht verwehrt werden

Wer in einer Mietswohnung lebt und Geflüchtete aufnehmen möchte, kann dies für sechs bis acht Wochen problemlos tun, auch ohne den Vermieter zu informieren – darauf weist der Deutsche Mieterbund5 hin. „Auch ein vorübergehender „Besuch“ mit Hund oder Katze kann nicht verwehrt werden, es sei denn, es handelt sich um einen sogenannten „Listenhund“, erklärt Evelyn Ofensberger, Leiterin der Rechtsabteilung beim Deutschen Tierschutzbund. „Bei den von Ukrainern mitgebrachten Tieren handelt es sich meist um Katzen oder kleine und mittelgroße Hunde, deren Mitnahme in die Mietwohnung kein Problem sein dürfe. Für mögliche vom Tier verursachte Schäden haftet jedoch der Mieter.“

eine Pressemeldung von Deutscher Tierschutzbund e.v.

Copyright Bild oben: Deutscher Tierschutzbund e.V. / Nick Harwart

Quellenangaben: 1 Schreiben von Nancy Faeser an den Deutschen Tierschutzbund vom 11.03.2022, 2 Meldung des Umweltministeriums NRW, 3 StIKo Vet, 4 FINDEFIX.com, 5  Mieterbund.de

Akute Schmerzen bei der Katze erkennen – ganz einfach per App!

Katzen sind wahre Meister darin, Schmerzen zu verbergen. Werden sie von akuten Schmerzen geplagt, erscheinen sie häufig einfach etwas ruhiger, schläfriger, zurückgezogener – oder sie werden plötzlich unsauber oder auch aggressiv gegenüber ihren Menschen oder anderen Haustieren. Vielen Haltern fällt dann zwar auf, dass möglicherweise „etwas nicht stimmt“ – als Ausdruck von Schmerzen werden derartige Verhaltensweisen aber nur sehr selten erkannt.

Hier soll nun eine App Abhilfe schaffen – akute Schmerzen bei der Katze erkennen, quasi „auf Knopfdruck“! Die App „Tably“ (erhältlich momentan nur in englischer Sprache für iOS und Android) basiert auf einem visuellen Instrument zur Schmerzerkennung bei der Katze, der „Feline Grimace Pain Scale“ (Mimik-Schmerzskala der Katze). Diese Mimik-Schmerzskala wurde von kanadischen Tierärzten an der Universität von Montreal erarbeitet und erlaubt es, anhand des Gesichtsausdruckes der Katze zu erkennen, ob diese Schmerzen hat und wenn ja, in welcher Intensität. In tier-naturgesund 02/2021 finden Sie einen ausführlichen Beitrag zu Entwicklung und Anwendung der Mimik-Schmerzskala.

Die App „Tably“ nutzt künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um ein Foto der Katze, das mit dem Handy oder dem Tablet aufgenommen wurde, mit den Parametern der Mimik-Schmerzskala zu vergleichen. Dann zeigt die App an, ob die Katze „glücklich“ oder „unglücklich“, d.h. schmerzfrei oder schmerzgeplagt ist. Ein gleich-zeitig angezeigter Prozentwert gibt an, als wie verlässlich die App diese Einschätzung ansieht. Nach Aussagen der Entwickler erreicht die App eine Genauigkeit von 97%, vorausgesetzt, das Gesicht der Katze wurde frontal und mit einer guten Kameraauflösung aufgenommen.

Die App Tably zeigt Schmerzen und Stimmungen bei Katzen
So sieht die App "Tably" aus

Die App kann von Tierhaltern angewendet werden, die beobachten wollen, ob ihre Katze z.B. nach einer OP Schmerzen hat, die behandelt werden müssen. Aber auch in den Fällen, in denen die Katze auffällige Verhaltensweisen zeigt, sich z.B. immer mehr zurückzieht, kann die App zu Rate gezogen werden. Und schließlich kann die App eine große Hilfe sein für die Menschen, die zum ersten Mal eine Katze halten und sich unsicher sind, ob es ihrer Katze gut geht.
Aber auch Therapeuten und Tierärzte können die „Tably“ App zur Unterstützung ihrer Schmerzdiagnostik heranziehen.

In jedem Fall ist es sehr empfehlenswert, sich vor Anwendung der „Tably“ App mit der Mimik-Schmerzskala vertraut zu machen – unser Beitrag in tiernaturgesund 02/2021 stellt dieses Instrument leicht verständlich und anschaulich vor.

bereitgestellt von Nicole Schulte-Kulkmann, gepr. Tierheilpraktikerin (VDT)